20 Jahre Statistisches Landesamt

22.08.2012

© Detlef Finger

 

Das Statistische Landesamt in Halle begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums informierten der Präsident des Amtes, Manfred Scherschinski, und Innenminister Holger Stahlknecht als oberster „Dienstherr“ gemeinsam über Arbeit und Werdegang der Behörde.

„Statistik muss nicht trocken sein. Es kommt darauf an, was man daraus macht“, sagte Manfred Scherschinski. Statistik sollte nicht mathematisch-theoretisch sein, sondern praktisch verständlich, erläuterte er seine Prämisse. Der Präsident betonte jedoch auch, dass das Amt bei seinen Erhebungen immer größten Wert auf Neutralität und Objektivität lege. Entsprechend brachte Scherschinski auch zur Geburtstags-Pressekonferenz ausgewählte Zahlen und Fakten aus zwei Jahrzehnten statistischer Arbeit in der ihm eigenen humorvollen Art herüber.


Statistikenzahl wächst


Gleich zu Beginn wartete er mit einer Agrarstatistik auf, wonach das mittlere Tagesgemelk der Milchkühe im Land von 19 Litern im Jahr 1999 auf 23 Liter im Jahr 2010 gestiegen und somit die Jahresleistung von 6.902 kg auf 8.368 kg angewachsen ist.

Scherschinski zufolge machen die landwirtschaftlichen Statistiken (einschließlich Umwelt und erneuerbare Energien) etwa ein Fünftel der insgesamt rund 250 Erhebungen aus, die vom Amt pro Jahr auf gesetzlicher Grundlage zu ca. 90 % im Auftrag von Bund und EU bzw. zu etwa zehn Prozent im Auftrag des Landes durchgeführt werden.

Dass diese Arbeit aufgrund des stetigen Personalabbaus jetzt mit 220 von einst 449 Mitarbeitern sowie einer geringeren Finanzausstattung bewerkstelligt werden muss, verschwieg er ebenfalls nicht. Zwar nehme die Computertechnik mittlerweile einiges an Arbeit ab, doch steige andererseits auch die Zahl der Erhebungen aufgrund von EU-Vorgaben eher weiter an.

Die relativ hohe Zahl von Erfassungen im Agrarbereich begründet Scherschinski mit den nicht unerheblichen EU-Mitteln, die daran hängen. „Wir sind auch schon mal als Schweinchenzähler tituliert worden“, erklärte er lachend. Auch an einige Begebenheiten erinnerte sich der aus Unterfranken stammende 62-Jährige, der mittlerweile dienstältester Präsident eines Statistischen Landesamtes in Deutschland ist. „1992 haben wir zum Beispiel eine Pressemitteilung herausgegeben, dass Brokkoli ab sofort nicht mehr als Sondergemüse gilt.“ Damals habe das Amt auch noch über eine Dreschmaschine verfügt, mit der die Ernteproben von 1.200 Landwirten von je einem Quadratmeter Fläche für die besondere Ernteermittlung ausgewertet wurden, blickte er zurück.

Pressesprecherin Renate Tewes ergänzte, dass das Gros der Erhebungen im Agrarbereich inzwischen über Fragebögen bzw. zunehmend online erfolge, also auf elektronischem Wege bei den berichtspflichtigen Landwirten. Das erleichtere auch die Weiterverarbeitung der Daten.

Gleich zu Beginn wartete er mit einer Agrarstatistik auf, wonach das mittlere Tagesgemelk der Milchkühe im Land von 19 Litern im Jahr 1999 auf 23 Liter im Jahr 2010 gestiegen und somit die Jahresleistung von 6.902 kg auf 8.368 kg angewachsen ist.Scherschinski zufolge machen die landwirtschaftlichen Statistiken (einschließlich Umwelt und erneuerbare Energien) etwa ein Fünftel der insgesamt rund 250 Erhebungen aus, die vom Amt pro Jahr auf gesetzlicher Grundlage zu ca. 90 % im Auftrag von Bund und EU bzw. zu etwa zehn Prozent im Auftrag des Landes durchgeführt werden.Dass diese Arbeit aufgrund des stetigen Personalabbaus jetzt mit 220 von einst 449 Mitarbeitern sowie einer geringeren Finanzausstattung bewerkstelligt werden muss, verschwieg er ebenfalls nicht. Zwar nehme die Computertechnik mittlerweile einiges an Arbeit ab, doch steige andererseits auch die Zahl der Erhebungen aufgrund von EU-Vorgaben eher weiter an.Die relativ hohe Zahl von Erfassungen im Agrarbereich begründet Scherschinski mit den nicht unerheblichen EU-Mitteln, die daran hängen. „Wir sind auch schon mal als Schweinchenzähler tituliert worden“, erklärte er lachend. Auch an einige Begebenheiten erinnerte sich der aus Unterfranken stammende 62-Jährige, der mittlerweile dienstältester Präsident eines Statistischen Landesamtes in Deutschland ist. „1992 haben wir zum Beispiel eine Pressemitteilung herausgegeben, dass Brokkoli ab sofort nicht mehr als Sondergemüse gilt.“ Damals habe das Amt auch noch über eine Dreschmaschine verfügt, mit der die Ernteproben von 1.200 Landwirten von je einem Quadratmeter Fläche für die besondere Ernteermittlung ausgewertet wurden, blickte er zurück.Pressesprecherin Renate Tewes ergänzte, dass das Gros der Erhebungen im Agrarbereich inzwischen über Fragebögen bzw. zunehmend online erfolge, also auf elektronischem Wege bei den berichtspflichtigen Landwirten. Das erleichtere auch die Weiterverarbeitung der Daten.


Arbeit gewürdigt


Innenminister Holger Stahlknecht verwies auf den hervorragenden Ruf des Statistikamtes, das sich in zwei Jahrzehnten zu einem kompetenten und verlässlichen Partner für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt hat. Er dankte dem Präsidenten und seinen Mitarbeitern für die jahrelange gute und zuverlässige Arbeit, die wichtig sei für strategische Entscheidungen des Landes und die die „Basics“ für politisches Handeln liefere. Stahlknecht sagte der Behörde zu, dass deren Budget, das etwa ein Prozent des Etats seines Innenressorts ausmacht, trotz aller Sparzwänge nicht gekürzt wird. „Das Amt ist zu wichtig“, so der Minister. Fi

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