Zum Schutz der Insekten

20.05.2015

© Gerd Rinas

Feldspritze zum Pflanzenschutz

Entgegen einer weit verbreiteten Vermutung wollen Landwirte sich nicht den Kontrollen des Pflanzenschutzdienstes entziehen oder heimlich verbotene Mittel anwenden, wenn sie am Abend oder nachts Pflanzenschutzmittel ausbringen. Sie realisieren mit dieser für manchen Bürger befremdlichen Arbeitszeit natur- und umweltschonenderen Pflanzenschutz. Darauf wies Dr. Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, in Rostock hin. „Es ist nicht nur legal, wir empfehlen den Landwirten sogar, dass sie die Abend- und Nachtstunden für den Pflanzenschutz nutzen“, betonte Vietinghoff.


Jetzt im Frühjahr ist die Hauptvegetationszeit, und die Schadorganismen sind in der Massenvermehrung. Ab einer Windgeschwindigkeit von mehr als fünf Metern pro Sekunde darf mit einer Feldspritze nicht gearbeitet werden. Die Windverhältnisse bestimmen also die Anzahl der täglich möglichen Einsatzstunden. Um die Spritzmittel zu einem optimalen Wachstumszeitpunkt in minimaler Menge auszubringen, können und sollten die überwiegend windstilleren Abende und Nächte genutzt werden.


Mit der mittlerweile gut entwickelten, abdriftgeminderten Spritzdüsentechnik und präzisen, GPS-gesteuerten Fahrgeräten kommen Pflanzenschutzmittel oder auch Flüssigdünger punktgenau in den Pflanzenbestand. Randstreifen an Gewässern und Biotopen lassen sich auch nachts exakt abgrenzen.


Ein weiterer Vorteil nächtlicher Pflanzenschutzmaßnahmen ist, dass Honigbienen, Hummeln und viele andere sogenannte Nichtzielorganismen nicht beeinträchtigt werden, weil sie zu dieser Zeit nicht auf Nahrungssuche sind. Sie können weder durch direktes Besprühen noch durch Geruchsveränderungen gestört werden. „Es gibt also keinen Grund zur Besorgnis! Vielmehr ist ein in der Nacht mit der Pflanzenschutzspritze arbeitender Landwirt ein umweltbewusster Landwirt“, so Vietinghoff mit Blick auf besorgte Bürger.

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