Wolfsrisse: Erstmals Rinderherde attackiert?

03.11.2016

Rinderherde (Weide) © Sabine Rübensaat

In Niendorf, Landkreis Nordwestmecklenburg, soll eine Rinderherde von Wölfen angegriffen worden sein. „Dabei wurde eine Färse so schwer verletzt, dass sie getötet werden musste“, sagte am Donnerstag voriger Woche der Geschäftsführer der Niendorfer Landerzeuger GmbH, Hans-Werner Mau.
Aus dem Agrarministerium verlautete dazu, dass eine genetische Untersuchung laufe, die klären soll, ob Wölfe die Herde mit 70 Färsen angegriffen hätten. Bestätigt sich der Verdacht, wäre es die erste Attacke von Wölfen auf eine Rinderherde im Land. Angesichts des Vorfalls in der vorvergangenen Woche forderte der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern eine neue und sachliche Debatte zum Umgang mit Wölfen. Wenn die Tiere sich weiter ausbreiteten, müsse die offene Weidehaltung insgesamt überdacht werden. „Ich glaube nicht, dass die Idee zur Wiederansiedlung des Wolfes bis zu Ende gedacht wurde“, sagte Landesbauernpräsident Detlef Kurreck.


Für Geschäftsführer Mau, in dessen Unternehmen 1 350 Rinder gehalten werden, bestehen aufgrund weiterer Spuren keine Zweifel, dass es sich um einen Wolfsriss handelt. „Wir haben großes Glück gehabt, dass die Herde nicht ausgebrochen ist“, sagte Mau. Die Weide unweit des Flusses Regnitz grenzt an den früheren Truppenübungsplatz Lübtheener Heide, wo Wölfe seit 2014 Nachwuchs aufziehen. Erst in der vorigen Woche hatte das Agrarministerium mitgeteilt, dass auf aktuellen Bildern aus Fotofallen vier Wolfswelpen zu sehen seien.

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