Wieder deutlich unter 10 000 Hektar

09.01.2014

Bildautor: © Sabine Rübensaat

Landesweit wurde im vorigen Jahr auf 6 400 ha Braugerste angebaut.

Der Verein zur Förderung des Braugerstenanbaus in Mecklenburg-Vorpommern e. V. und die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) hatten kürzlich zu einer Forumsveranstaltung rund um den Braugerstenanbau eingeladen. Gabriele Pienz, LFA, informierte über die Entwicklung der Anbauflächen und Erträge bei Sommergerste im Land. Nachdem im Frühjahr 2013 im Gegensatz zu den beiden Vorjahren keine Auswinterungen zu verzeichnen waren, ging die Anbaufläche auf zirka 6 400 ha und damit wieder deutlich unter 10 000 ha zurück. Landesweit wurde mit 49,2 dt/ha ein besseres Ergebnis als in den beiden Vorjahren erreicht. In Auswertung der Landessortenversuche empfahl Gabriele Pienz für den Anbau 2014 die Sommerbraugerstensorten  Quench und Grace sowie zum Probeanbau die neue Sorte Catamaran.

Andrea Ziesemer, LFA, ließ das vergangene Jahr aus ökonomischer Sicht Revue passieren. Für die Analyse des Gerstenanbaus hatten Landwirte ihre Anbaudaten zur Verfügung gestellt. Es wurden die Ergebnisse des Anbaus von zweizeiliger Wintergerste sowie von Sommergerste zur Braugerstenproduktion beziehungsweise zur Vermehrung diskutiert (Wir berichten in einer unserer nächsten Ausgaben, die Red.).

Betriebsleiter Heiko Drechsler wertete die Qualitäten der aus Mecklenburg-Vorpommern an die Malzfabrik in Rostock gelieferten Braugerstenpartien aus. Sowohl bei Winter- als auch bei Sommerbraugerste waren ausnahmslos gute bis sehr gute Qualitäten geliefert worden. Auf Nachfrage erklärte er, dass der Ankauf der Ware nicht über das Rostocker Werk, sondern über die Konzernzentrale der Malteurop Deutschland GmbH im bayerischen Langerringen erfolgt.

Otto Köneke, KWS Lochow GmbH, Bergen, Niedersachsen,  berichtete über die aktuellen Entwicklungen auf dem Braugerstenmarkt. Mit Ausnahme von Großbritannien, hier herrschten im Herbst 2012 sehr ungünstige Aussaatbedingungen für Winterweizen, wurde in den Ländern der EU die Anbaufläche für Braugerste reduziert. Aufgrund der guten Erträge vor allem in Frankreich und Skandinavien sowie dem hohen Angebot aus Großbritannien liegt gegenwärtig in der EU eine ausreichende Versorgung vor.

In den Vorjahren erwiesen sich die häufig sehr geringen Eiweißgehalte der gelieferten Partien als Problem für die Verarbeitung. Einige Verarbeiter haben daher 2013 eine Untergrenze für den Eiweißgehalt von 9,5 % eingeführt. Für 2014 gehen Analysten von einer leichten Reduzierung der Anbauflächen in den EU-Kernmärkten Großbritannien, Dänemark, Frankreich und Deutschland aus.

Dr. Stephan Goltermann, Landespflanzenschutzdienst, stellte erste Ergebnisse des vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei begleiteten Modellvorhabens „Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenschutz“ vor. Dieses vom Bundesagrarministerium geförderte Projekt soll dazu beitragen, Maßnahmen des Integrierten Pflanzenschutzes über die Demonstration in ausgewählten landwirtschaftlichen Betrieben bekannter zu machen und den notwendigen Aufwand für Beratung und Monitoring zu ermitteln.

 

 

Autor: Gabriele Pienz, LFA Gülzow

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