Welche Folgen haben GAP und Greening?

23.05.2014

© Sabine Rübensaat

Schon nach Eingabe weniger Daten kann nun der Effekt der jüngsten EU-Agrarreform auf den eigenen Betrieb errechnet werden.

Landwirte, die wissen wollen, wie sich die jüngste EU-Agrarreform auf ihren Betrieb auswirken wird, können dies nun selbst herausfinden: Ein erst in den vergangenen Tagen an der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) in Gülzow in Kooperation mit der LMS Agrarberatung und dem Bauernverband MV entwickeltes Rechenmodell ermöglicht nach Eingabe weniger betrieblicher Daten aussagekräftige Vorausschätzungen.

Die Ausgangslage: Das Europaparlament hat mit seiner Verordnung vom 17. Dezember 2013 die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bis 2020 vorgelegt. Für die Landwirte ändern sich die Höhe der Direktzahlungen und die zu erfüllenden Auflagen, die weiter verschärft wurden. Damit setzt sich der seit der Reform von 1992 zu beobachtende Trend fort, die Subventionen zu reduzieren und deren Einfluss in Richtung Umwelt zu verlagern.

Weniger Prämie – mehr Auflagen

Nach dem „Abschmelzen“ der Tierprämien von 2009 bis 2012 wird jetzt der Wert der Zahlungsansprüche EU-weit angepasst, was die Prämie für Betriebe in Deutschland mindert. Daneben haben weitere Kriterien wie „Haushaltsdisziplin“ und „nationale Reserve“ Einfluss auf die endgültige Höhe der Prämien, die sich deshalb erst im Antragsjahr bestimmen lässt; alle berechneten Werte sind daher ohne Gewähr, aus Erfahrung aber sehr nahe an der Realität.

Höhere Auflagen bedeuten, neben dem damit verbundenen Organisationsaufwand, dass Betriebe ihr Produktionsprogramm unter Umständen anpassen müssen. Damit gehen meist entsprechende Deckungsbeiträge verloren, die aber in ihrer tatsächlichen Höhe von Preisen, Erträgen und dem Produktionsverfahren des einzelnen Betriebes abhängen. Ihre Vorhersage ist daher noch unsicherer als die der Prämien. Der jetzt entwickelte Rechner kalkuliert aus diesen beiden Einflussgrößen die wirtschaftlichen Folgen der GAP für landwirtschaftliche Betriebe. Die vorgegebenen Durchschnittswerte für Deckungsbeiträge und Werte von Zahlungsansprüchen können individuell angepasst werden. Änderungen aus anderen Programmen wie die Ausgleichszahlung für benachteiligte Gebiete oder Agrar-Umwelt-Programme sind nicht berücksichtigt.

Excel-Arbeitsmappe als Rechner

Der „GAP- und Greening-Rechner“ ist eine Arbeitsmappe für Microsoft Excel, die ab der Version 2007 genutzt werden kann. Für den vollen Funktionsumfang sorgen Makros. Wenn keine Abfrage beim Öffnen der Arbeitsmappe erfolgt und die Schalter nicht funktionieren, dann sind folgende Schritte nötig: Im Excelmenü unter „Datei – Optionen – Sicherheitscenter – Einstellungen für das Sicherheitscenter – Einstellungen für Makros – alle Makros mit Benachrichtigung deaktivieren. Anschließend die Datei erneut öffnen und die Makros aktivieren. Notwendige Eingaben sind in der Tabelle weiß hinterlegt, das sind:

•    je Kultur die Bezeichnung und der Flächenumfang;
•    ggf. Zwischenfruchtanbau;
•    ggf. als ökologische Vorrangfläche anerkannte Landschaftselemente sowie
•    der Umfang der Zahlungsansprüche, falls weniger als die beihilfefähige Fläche.

Dann werden noch einige Kriterien abgefragt, die von den Greening-Auflagen befreien, wie „ökologische Bewirtschaftung“. Anhand dieser Daten prüft das Programm, ob die Kriterien für die Ökologisierungskomponente eingehalten werden. Falls nicht, kann das Anbauprogramm im Zieljahr geändert werden. Aus den entsprechend wegfallenden und hinzukommenden Deckungsbeiträgen sowie den angekündigten Änderungen der Direktzahlungen berechnet das Programm den wirtschaftlichen Effekt. Interessierte Nutzer finden die Datei unter: www.landwirtschaft-mv.de.

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