Weil die Schorle schmeckt

21.07.2015

Gute Rhababerernte © Jürgen Drewes

Enkel Lucas Blohm fährt die Stangen zur Sammelstelle am Feldrand.

Wie kommt man auf Rhabarberanbau? Hans-Henning Blohm antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Weil meinen Kunden und mir Rhabarberschorle so gut schmeckt. Gerade jetzt im Sommer ist das bei uns im Restaurant auf dem Reiterhof der absolute Hit“.

Da die Vorräte aus dem eigenen Bauerngarten in Diedrichshagen bei Rostock zuletzt immer schnell aufgebraucht waren, hat sich der inzwischen 72-Jährige vor vier Jahren entschlossen, in großem Stil Rhabarber anzubauen. „Zuvor habe ich mich überall in Deutschland umgehört, wie das unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten funktionieren kann. Bei Anbau-, Pflanzenschutz- und Düngungsexperten und natürlich auch bei Praktikern. Zugleich habe ich viel dazu gelesen und letztlich losgelegt“, sagt Neueinsteiger Blohm und blickt dabei zufrieden auf die herangewachsene Ernte.

Mit sicherer Hand schlägt Steffi Blohm im Sekundentakt Blatt und Fruchtansatz der zuvor gezogenen Stangen ab. „Das Messer ist äußerst scharf, da darf kein Schlag daneben gehen“, lächelt die Schwiegertochter und zieht mit ihrem Team Meter für Meter voran. Jede Pflanze kommt auf bis zu 25 Stangen, die stärksten sind armdick. Nur das letzte – das Herzblatt – bleibt stehen. So kann sich die Staude in den nächsten Monaten regenerieren, um im kommenden Jahr einen vielleicht noch größeren Ertrag hervorzubringen. „Wir waren bereits bei der ersten Ernte 2014 hochzufrieden. Mit Quantität und Qualität gleichermaßen“, erklärt Mitarbeiter Detlef Tempel, während er Enkel Lucas Blohm zum Abtransport eines vollen Containers einweist.

<< Partner: Landwirt Hans-Henning Blohm (r.) und Mostereiinhaber Benjamin Peters auf dem Erntefeld. Foto: Jürgen Drewes

 

 

„Im Herbst 2012 habe ich die Stauden gepflanzt. Im Folgejahr haben wird sie gepflegt und gehegt und im Juni 2014 das erste Mal geerntet. Wir waren selbst überrascht, wie viel da zusammengekommen ist. Diesmal werden es wohl 16 Tonnen sein“, freut sich Investor Hans-Henning Blohm. „Je mehr, desto besser“, gibt Benjamin Peters seine Erwartung preis. Der Juniorchef der Satower Mosterei hat mit seinem Vater den entscheidenden Anstoß gegeben, dass in Diedrichshagen die nunmehr größte Rhabarberplantage des Landes steht. „Wir arbeiten schon lange mit Hans-Henning Blohm zusammen. Anfangs wurden uns vor allem Äpfel gebracht. Als wir eines Tages über seinen Renner Rhabarberschorle gesprochen haben, war sehr schnell klar, dass wir künftig gemeinsame Sache machen“, bilanziert der Saftexperte die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

„Im vergangenen Herbst haben wir ein weiteres Feld angelegt. Mit der holländischen Sorte Goliath. Der Name ist Programm!“, lacht Hans-Henning Blohm, in der Hoffnung, künftig noch größere Erntemengen liefern zu können.

„Wir können gar nicht genug bekommen. Rhabarber ist gesund, die Kunden reißen sich förmlich danach. Ein weiterer Vorteil ist die Regionalität des Anbaus, der Anfahrtsweg zu unserer Mosterei ist kurz“, ergänzt Benjamin Peters. „Tagsüber geerntet, am nächsten Morgen in der Presse, mittags in der Flasche und am Nachmittag im Hofladen. Wenn es gut, läuft sogar bereits im Handel. Schneller geht es nicht“, erklärt der Mostereichef sein „Kurzewegeprinzip“.

Unterdessen arbeitet sich Steffi Blohm mit ihrem Team weiter voran. Die Stangen fliegen mit Schwung in den nächsten von Sohn Lucas herangefahrenen Sammelbehälter. Die abgeschlagenen Blätter bleiben auf den geernteten Stauden liegen „So kann die Feuchtigkeit im Boden nicht so schnell entweichen. Zudem wird der Unkrautaufwuchs eingeschränkt“, so Blohm.

Die Rhabarberplantage liegt inmitten eines Weizenfeldes. Der Boden hier ist besonders hochwertig und kann die Feuchtigkeit lange halten. „Bei der Frühjahrstrockenheit und viel Wind war das besonders wichtig.“ Chemie setzt der Landwirt sparsam ein, der Rhabarber bekommt lediglich eine ausgewogene Stickstoffgabe. Und dann wird ganz traditionell mit der Hand gehackt. „Schön zu sehen, das es so gut läuft“, freut sich Hans-Henning Blohm.

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