Vermarktung großkörniger Leguminosen

21.07.2015

Blühende Lupine © Sabine Rübensaat

Anbauerweiterung: In diesem Jahr haben die Landwirte auf etwa 15 300 ha großkörnige Leguminosen, darunter Lupinen, ins Feld gestellt.

Der Anbau von großkörnigen Leguminosen hat sich zur Ernte 2015 gegenüber den Vorjahren fast verdreifacht. In den Jahren 2010 bis 2014 wurden zwischen 5.000 ha und knapp 6.200 ha mit diesen Eiweißpflanzen bestellt. 2015 sind nach ersten Schätzungen des Agrarministeriums auf 15.300 ha großkörnige Leguminosen ins Feld gestellt worden. Nach Angaben von Experten haben sich die Bestände gut entwickelt und lassen eine zufriedenstellende bis gute Ernte erwarten.

„Unser Förderprogramm vielfältige Fruchtarten als Agrarumweltmaßnahme ist von den Landwirten angenommen worden, das Greening zeigt Wirkung“, kommentierte Agrarstaatssekretär Dr. Peter Sanftleben die Entwicklung. Der erweiterte Anbau von Eiweißpflanzen leistet einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Landwirtschaft. So haben Leguminosen eine positive Wirkung auf Bodenleben und –Struktur, binden Stickstoff und erhöhen bei vielfältigen Fruchtfolgen die Selbstregulation des Agroökosystems und sind gleichzeitig wertvolle Bienenweiden. „Leider mussten wir feststellen, dass die Verwertung großkörniger Leguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen und Sojabohnen durch den Landhandel und die Futtermittelunternehmen noch nicht zufriedenstellend ist. Hier sehen wir noch Potenzial“, unterstrich der Staatssekretär.

An die Futtermittelunternehmen und den Landhandel appellierte Sanftleben eindringlich, die Chance der gestiegenen regionalen Eiweißfutterproduktion zu nutzen und mit den Landwirten bei der Vermarktung fair zu verhandeln. „Das Argument, die Mengen der produzierten Eiweißpflanzen seien zu gering, um eine gesonderte Verwertung organisieren und für beide Seiten auskömmliche Preise zahlen zu können, zählt dieses Jahr nicht mehr“, so Sanftleben. Jetzt sei die Grundlage für Produktlinien geschaffen, die sich durch regionale Erzeugung auf regionaler Futtergrundlage und Gentechnikfreiheit auszeichnen. „Diese Entwicklung muss durch eine reibungslose Vermarktung stabilisiert werden“, betonte Sanftleben.

Bereits 2013 hatte Agrarminister Dr. Till Backhaus die Entwicklung eines Modell- und Demonstrationsnetzwerkes zum Lupinenanbau auf den Weg gebracht. Ein entsprechender Projektantrag wurde im Herbst 2014 durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bewilligt und wird mit Mitteln des Bundesagrarministeriums für gut drei Jahre gefördert (BauernZeitung 27/2015, S. 11). Aufgabe des überregional agierenden Lupinen-Netzwerkes ist die Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Lupinen.

Kontakt zum Lupinen-Netzwerk:

Landesforschungsanstalt für Land­wirtschaft MV,
Dr. Annett Gefrom,
Tel. (0 38 43) 789-203,
Fax (0 38 43) 789-111,
a.gefrom@remove-this.lfa.mvnet.de,
www.lfamv.de
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www.lupinennetzwerk.de

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