Süße Rüben

30.09.2013

Nach zwölf Tagen sind 125 000 t Rüben verarbeitet worden. In der Fabrik rechnet man mit einer Kampagnedauer von 120 Tagen. © Norbert Fellechner

Erntesegen für die Anklamer Zuckerrübenanbauer: Mit einem durchschnittlichen Rübenertrag von knapp 60 t/ha und einem Zuckerertrag von 11 t/ha deutet alles auf eine sehr ergiebige Ernte hin, bestätigte Matthias Sauer, Geschäftsführer der Zuckerfabrik Anklam, zu Wochenbeginn gegenüber der BauernZeitung. In den ersten zwölf Tagen der Kampagne waren bis zum vergangenen Wochenende bereits 125 000 t Rüben verarbeitet worden. „Der Start funktionierte reibungslos“,  teilte Sauer mit.

 

Verarbeitung bis spätestens 15. Januar


Bis spätestens 15. Januar sollen die Zuckerrüben von 22 000 ha LF verarbeitet werden. Lieferanten sind 380 Anbauer. Der Zuckergehalt der bisher angelieferten Rüben liegt bei 17,9 %. Nach Einschätzung von Sauer bestätigen die bisherigen Kampagnedaten den im Vergleich zum Vorjahr um eine Woche vorgezogenen Start. Damit soll Schwierigkeiten wie in der vergangenen Kampagne vorgebeugt werden. Starker Frost vor Weihnachten und danach folgende warme Temperaturen hatten zu Schäden an den Rüben geführt. Wegen verstopfter Filter musste die Verarbeitung unterbrochen werden. Ein Teil der Rüben wurde in Biogasanlagen verwertet. Die Geschäftsführung der Fabrik und der Anklamer Anbauerverband für Zuckerrüben haben für die laufende Kampagne ein Maßnahmepaket zur Qualitätssicherung der Rüben, zu den Kosten von Reinigung und Verladung sowie zur Frührodelieferung beschlossen. Ergänzend zur Branchenvereinbarung wurde unter anderem ein stringenteres Verfahren zur Frührodelieferung festgelegt. Danach werden nur noch die mitgeteilten Liefermengen einschließlich einer gewissen Toleranzmenge abgefahren. „In den vergangenen Jahren waren die zuvor mitgeteilten Frührodemengen oft nicht eingehalten worden. Ziel ist es, keine Abweichungen vom Lieferplan zuzulassen“, sagte Sauer. Die Frühlieferprämie wird künftig bei einer Rübenpreisanpassung im Gesamtpaket mit berücksichtigt.


Für alle Rüben, die ab dem 10. Dezember zur Fabrik angeliefert werden sollen, wurde eine generelle Pflicht zum maschinellen Abdecken der Rüben durch ein Lohnunternehmen eingeführt. Die Zahlung der Frostschutzprämie wurde um eine Woche vorgezogen. „Nicht abgedeckte Rübenmieten werden künftig erst am Ende der Kampagne verarbeitet“, kündigte Sauer an. Hintergrund seien Erfahrungen aus der vergangenen Kampagne. Während einer Übergangsfrist von zwei Jahren können die Mieten auch noch per Hand abgedeckt werden. Dies müsse jedoch vorab der Fabrik mitgeteilt werden, so Sauer.


Insgesamt wird mit einer Rübenmenge von 1,35 Mio. t gerechnet. Davon sollen täglich 11 300 t verarbeitet werden. Die Zuckerfabrik Anklam verfügt über eine Zuckerquote von 112 000 t. Außer Zucker werden aus den Rüben Futtermittel, darunter 185 000 t Pressschnitzel, hergestellt. Hinzu kommen 70 000 m3 Bioethanol sowie 12 Mio. m3 Biomethan aus der neugebauten Biogasanlage.Ri

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