Studie: Bruttowertschöpfung hinkt hinterher

01.08.2016

Landwirtschaft in MV © Sabine Rübensaat

Schwerin. Trotz relativ guter Rahmenbedingungen ist die Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns einer Studie zufolge der einzige Wirtschaftsbereich im Land, dessen Bruttowertschöpfung sich in den letzten 20 Jahren nicht positiv entwickelt hat. Der Agrarsektor stagniere auf niedrigem Niveau und liege in der Flächenproduktivität um fast ein Drittel unter dem bundesweiten Durchschnitt. Eine der wichtigsten Ursachen seien „auf billige Massenproduktion spezialisierte Großbetriebe“, heißt es im Resümee der Studie von Prof. Dr. Helmut Klüter. Der Leiter des Lehr- und Forschungsbereichs Regionale Geografie an der Universität Greifswald stellte die über 500 Seiten umfassende Arbeit in Schwerin vor.


Nach Klüters Auffassung besteht Anlass zu der Annahme, dass „die großen Agrarbetriebe mit Überproduktion und Dumpingpreisen den Markt stören und die Wettbewerbsfähigkeit Mecklenburg-Vorpommerns schmälern“. Aus regionalwirtschaftlicher Sicht bildeten sie einen Niedriglohnsektor und eine Wachstumsbremse für „effektivere Nutzungen wie den Tourismus oder hochwertiges Wohnen“.


Die Studie räumt ein, dass die Gewinne je Unternehmen in der hiesigen Landwirtschaft zu den höchsten in Deutschland gehörten. Allerdings seien sie nicht zuletzt Folge überhöhter Subventionierung und „besonderer weitgehend unverdienter Priviliegierung der Agrarindustrie“. Die Studie war von der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Auftrag gegeben worden. Agrarminister Dr. Till Backhaus wies die Einschätzungen zurück. Die Grünen wollten die „romantisierende Mär einer kleinteiligen Betriebsstruktur“ aufrechterhalten.

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