Starthilfe für Dorfläden

12.07.2017

© Gerd Rinas

Deftige Kost machte Appetit: Bauernpräsident Detlef Kurreck (l.) und Tobias Blömer, neuer Vorsitzender des Vereins Agrarmarketing MV, zeigten sich am Parlamentarischen Abend angetan von der Qualität von Wurst und Schinken aus der Torney Landfleischerei, Pripsleben. Margrit Gabel (r.) und Eva Wagenknecht boten Proben aus dem breiten Sortiment an.

Kleine Firmen in der Ernährungswirtschaft sollen Hilfe bei der Vermarktung ihrer Produkte erhalten. Die Regierungskoalition von SPD und CDU will für die Absatzförderung und die Förderung von Dorfläden in den nächsten vier Jahren zwei Millionen Euro bereitstellen, kündigte die Landtagsabgeordnete Elisabeth Aßmann (SPD) am Dienstag voriger Woche beim Parlamentarischen Abend des Vereins Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern (AMV) an.


Das Geld soll aus einem „Strategiefonds“ des Landes kommen, der aus Zinseinsparungen für nicht aufgenommene Kredite gespeist wird. Neben dieser Förderung, die auf einen Vorschlag aus der SPD-Landtagsfraktion zurückgeht, wollen SPD und CDU aus dem Fonds weitere sogenannte Leuchtturmprojekte unterstützen. Ziel der Förderung kleiner Unternehmen bis hin zu Ein-Personen-Firmen in der Ernährungswirtschaft sei es, die Direktvermarktung weiter zu bündeln und die Bewohner im ländlichen Raum besser mit regionalen Produkten und Dienstleistungen zu versorgen, sagte Aßmann.


In einem weiteren Projekt sollen Dorfläden unterstützt werden. Dabei geht es einerseits um ein vielfältiges Angebot an Waren des täglichen Bedarfs. „Auch kleine Firmen aus der Region könnten hier ihre Erzeugnisse vorstellen“, so Aßmann. Andererseits sollen die Läden Treffpunkt im Dorf werden. Für die Umsetzung der Vorhaben soll eine zusätzliche Personalstelle beim Verein Agrarmarketing eingerichtet werden. „Wenn sich ein Kleinstunternehmen nicht mehr um den Absatz kümmern muss, hat es mehr Personalkapazität für die Produktion“, sagte die Abgeordnete. Nach vier Jahren Anschubfinanzierung müsse es selbst laufen.


Tobias Blömer, der kürzlich als Nachfolger des langjährigen und verdienstvollen Vorsitzenden Günther Neumann an die Spitze des Vereins Agrarmarketing gewählt wurde, zeigte sich von dem Vorschlag zunächst überrascht.

 

„Grundsätzlich ist das ein guter Ansatz, der kleinen Unternehmen helfen kann. Die Umsetzung des Projekts würde zum AMV als Netzwerk der Ernährungswirtschaft im Land passen. Schon jetzt beraten wir zu Förderung und organisieren die Teilnahme von Firmen an Messen“, so der Geschäftsführer von „Die Rostocker – Wurst- und Schinkenspezialitäten“. Nach seiner Einschätzung ist die Ernährungswirtschaft im Land gut aufgestellt. Allerdings verzeichnete man 2016 bei leicht gestiegenen Umsätzen rückläufige Erträge. Ein großes Problem seien hohe Rohstoffpreise. Mittlerweile fehle zudem nicht mehr nur Fachpersonal, sondern es sei schwierig, überhaupt noch Personal einzustellen. Hinzu kämen steigende Kosten für Energie, Auflagen und Digitalisierung. Absatzförderung und eine klare Dachmarkenstrategie für MV könnten beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken, so Blömer.

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