Starker Schub

26.02.2015

© Gerd Rinas

Als beste Betriebe 2014 nach Lebensleistung der abgegangenen Kühe zeichneten Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Ingo Papstein (2. v. r.) und Dr. Ursula Leege (LALLF, r.) aus: Andreas Schulz, ADAP Rinderzucht GmbH, Ahrenshagen; Klaus-Dieter Augustin, Rinderzucht Augustin KG, Neuendorf; Andrea Rüß, Milchviehbetrieb Rüß, Grüssow; Klaus Griepentrog, LWB Griepentrog KG, Steinhagen (v. l. n. r.).

 

Annähernd konstante Mitgliederzahlen, steigende Bestände an Herdbuchkühen und ein Jahresüberschuss von 224 000 € stehen in der Bilanz des Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern eG für 2014. „Wir haben das Geschäftsjahr mit einem soliden Ergebnis abgeschlossen. Die Mitglieder erhalten auf ihre Geschäftsanteile wiederum eine Dividende von 15 %“, gab Verbandsvorsitzender Andreas Schulz auf der Generalversammlung vorige Woche in Güstrow bekannt.

 

Aussichten getrübt

Die „äußerst erfolgreiche Entwicklung“ (Schulz) wurde allerdings durch die seit einigen Monaten deutlich schlechteren Marktbedingungen beeinträchtigt. Sorge bereite vor allem der Preisverfall bei Milch. Auch bei abgekalbten Rindern und Schlachtvieh seien die Preise unter Druck geraten. Zusätzlich verunsicherten Diskussionen von Agrarpolitikern um Tierbestandsobergrenzen von 800 Kühen die Milchproduzenten. „Wir werden solchen Bestrebungen konsequent entgegentreten“, kündigte der Vorsitzende an.

 

Mit besonderer Aufmerksamkeit erwarteten die Verbandsmitglieder den Bericht zur Entwicklung des Tochterunternehmens RinderAllianz GmbH. Im März vergangenen Jahres hatten der Rinderzuchtverband Sachsen-Anhalt eG (RSA eG) und die Rinderzucht Mecklenburg-Vorpommern GmbH (RMV), bis dahin 100-prozentige Tochter des Rinderzuchtverbandes MV, ihr operatives Geschäft zusammengelegt. Die RSA ist seitdem mit 25 % Gesellschafter der RMV.

 

Nach Angaben von Dr. Sabine Krüger, neben Heiko Güldenpfennig und Dr. Matthias Löber Geschäftsführerin der RinderAllianz, stieg der Spermaverkauf im vergangenen Jahr um über 24 000 auf 1,1 Mio. Portionen. Während der Verkauf an Dritte um etwa 9 000 Portionen zurückging, wurden in Mecklenburg-Vorpommern knapp 34 000 Portionen mehr abgesetzt als 2013. Wichtige Exportmärkte waren neben Mittel- und Nordamerika sowie China und die Türkei vor allem die EU-Staaten und hier besonders Polen. Entscheidend für den Vermarktungserfolg waren die sehr guten Rangierungen  und Zuchtwerte der töchtergeprüften Bullen und ein Anstieg beim Verkauf von Sperma genomischer Bullen der RinderAllianz. Am stärksten nachgefragt war Sperma des genomischen Bullen Dastin (79 802  Portionen, davon 44 278 über Frischsperma), Gunnar (35 808) und Grizzly (29 634, davon 21 744 über Frischsperma).

 

Service gefragt

Beachtliche Steigerungen in den Umsätzen und Tierzahlen erzielte die Abteilung Zucht-, Nutz- und Schlachtvieh. 83 766 vermarktete Rinder bedeuten gegenüber 2013 ein Plus von 15 830 Tieren. Absetzer, Mastkälber und Schlachtvieh waren besonders gefragt. Fast 7 000 Tiere gingen in den Export, darunter etwa 5 000 tragende Färsen, 1 200 abgekalbte Färsen und 400 Jungrinder, vor allem nach Polen, Spanien, Russland, Großbritannien und Kuwait. Immer stärker nachgefragt werden die Dienstleistungen der Rinder­Allianz. Besamungen stiegen um sieben Prozent auf rund 391 000, auch bei Trächtigkeits- sowie Tauglichkeitsuntersuchungen und Spezialberatungen verzeichne man weiterhin Zuwächse, so Krüger.

 

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