Spitzenerträge und gute Qualität

15.12.2014

© Gerd Rinas

Die Anzahl der Sorten in der Spitze hat sich vergrößert. Für die Landwirte bestehen sehr breite Auswahlmöglichkeiten.

Nach den herausragenden Ergebnissen bei Druschfrüchten konnte nun auch der Mais mit Spitzenerträgen bei guter Qualität aufwarten. In den Landessortenversuchen wurden im Sortenmittel etwa 200 dt/ha Trockenmasse beziehungsweise 570 dt/ha Frischmasse erzielt, damit wird sogar das gute Erntejahr 2011 übertroffen. Zudem wiesen unter optimalen Bedingungen die Versuche des Jahres 2014 eine besonders hohe Genauigkeit auf – bei Ertrags- wie auch bei Qualitätsmerkmalen.

Nachdem in schwächeren Jahren besonders die frühreiferen Sorten überzeugten, zeigten in diesem Jahr die mittelfrühen Sorten ihr volles Leistungspotenzial. Die Anzahl der Sorten im Spitzenbereich hat sich vergrößert und konzentriert sich nicht mehr nur auf einzelne Züchterhäuser. Somit bestehen für den Landwirt sehr breite Auswahlmöglichkeiten an offiziell empfohlenen Sorten. Leider werden aber – im Gegensatz zu den Druschfrüchten – bei Mais derzeit noch zu viele Sorten angebaut, die nie in einer deutschen Offizialprüfung standen.

Etwa die Hälfte des Maises wird für die Verwertung in Biogasanlagen angebaut, ein großer Anteil davon in Rinder haltenden Betrieben. Hier werden Sorten bevorzugt, die gleichermaßen für die Fütterung wie auch für die Biogasanlage geeignet sind.

Sorten, die eine frühzeitige Reife (bis Siloreifezahl S 220) mit hohen Stärkeerträgen verbinden, sollten allerdings vorwiegend der Fütterung im Hochleistungsbereich vorbehalten sein. Nach der frühen Ernte kann Wintergetreide angebaut werden, was der Integration von Mais in die Fruchtfolgen entgegenkommt. In diesem Segment werden P 7524, Amagrano, Fabregas, Eduardo, LG 30222, Nitro, Laurinio und Colisee empfohlen. Bei guten betrieblichen Erfahrungen sind auch LG 30211, Ambrosini und LG 30218 weiterhin zu empfehlen. Amagrano, Laurinio und LG 30222 eignen sich zudem auch als Körnermais (CCM etc.) – die endgültige Entscheidung über die Nutzungsrichtung kann bei diesen Sorten je nach Rahmenbedingungen noch bis zum Erreichen der Siloreife erfolgen.

Im Bereich der Siloreifezahl S 220 bis S 230 eignen sich folgende Sorten für beide Nutzungsrichtungen (Fütterung und Biogasanlage): LG 30223, Toninio, Niklas, SY Unitop, LG 30224, Stephany. Sehr gute Doppelnutzungssorten im Bereich S 240 bis S 250 sind Grosso, Torres, Amamonte, Sunstar, Geoxx, SY Kairo sowie die ertragsbetonten Sorten Barros und Fernandez.

Sorten im mittelspäten bis späten Reifebereich (S 260 bis S 280) erzielen unter günstigen Wachstumsbedingungen sehr hohe Masseerträge, allerdings bei überwiegend geringen Stärkegehalten, und eignen sich vorrangig für den Einsatz in Biogasanlagen. Nachteilig  sind unter den Anbaubedingungen im Norden spätere, unsichere Erntetermine und somit ungünstigere Bedingungen für die Etablierung einer Nachfrucht im Herbst. Aufgrund der unkalkulierbaren Jahreswitterung sollte der betriebliche Anteil dieser Sorten in kühleren Lagen (D Nord) daher vorsichtig bemessen werden. Auf wärmeren Standorten (MV Süd) wird die Silierreife dagegen in den meisten Jahren relativ sicher erreicht und ein höherer Anteil später Sorten in der Reife- und Erntestaffelung ist möglich. Empfohlen werden LG 3216, Rafinio, ES Fireball, Atletas und Borelli im ertragsbetonten Segment, P 9027 und NK Silotop mit höherem Stärkegehalt bei geringeren Masseerträgen.

Das Anbaugebiet MV Süd ist eine Grenzlage für den Körnermaisanbau, in der daher nur frühreife Sorten geprüft werden. Die Empfehlung erfolgt in Kürze auf der Homepage der Landesforschungsanstalt www.lfamv.de.

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