Schutz durch Nutzung

06.10.2015

© Andreas Schlüter

Auftakt: Die Präsidenten und Vorsitzenden der naturnutzenden Verbände haben den Startschuss für Pro Natur MV gegeben.

Das Aktionsbündnis „Pro Natur MV“ ist am Vorabend der Landeswild- und Fischtage feierlich gegründet worden. In der Orangerie des Ludwigsluster Schlosses trafen sich am 18. September Naturnutzerverbände und unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit.


Die Präsidenten und Vorsitzenden der Angler und Fischer, Jäger, Bauern, Imker, Grund- und Waldbesitzer bekundeten damit das Zusammenwirken als Interessensgemeinschaft. Konkrete Anliegen wurden im Erklärungsschreiben benannt.


So setzt sich Pro Natur MV für den Schutz, die nachhaltige Nutzung und die Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen in der gewachsenen Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns ein. „Schutz durch Nutzung“ lautet der Leitspruch der Verbündeten. Der Öffentlichkeit und der Politik zu vermitteln, dass die nachhaltige Nutzung der Kulturlandschaft Grundlage vieler Menschen im Land ist, gehört zu den wichtigen Anliegen von Pro Natur MV. Die Stiftung „Wald und Wild“ kündigte eine Zuwendung von 100 000 € an. Stiftungsgründer Claus Robert Agte möchte die Verbände damit unterstützen, ihre gemeinsamen Ideen in die Tat umzusetzen.  


„Mit einer Stimme in der Öffentlichkeit auftreten, das ist unser gemeinsames Ziel“, sagte Rainer Tietböhl, Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Wir alle nutzen die Natur. Nur wenn wir sie erhalten, pflegen und hegen, haben auch nachfolgende Generationen eine Chance, unsere Arbeit so fortzusetzen“, erklärte Ulrich Peatsch, Präsident des Binnenfischereiverbandes, und mahnte an,  dass zahlreiche Regularien der EU und auch immer mehr nationale Vorschriften es den Fischern zunehmend schwerer machen, wirtschaftlich zu überleben. Mit Unterstützung aller anderen beteiligten Verbände hoffen die Fischer künftig mehr und aus seiner Sicht erfolgreicher Gehör bei den zuständigen Behörden und Verwaltungen zu finden als zuletzt. Ähnlich argumentiert auch der Präsident des Landesanglerverbandes, Prof. Karl-Heinz Brillowski. „Wir können und wollen nicht nachvollziehen, dass zunehmend mehr Gewässer für uns nicht mehr zugänglich sind mit Hinweis darauf, dass es sich hier um besonders schützenswerte Biotope handelt. Angler sind maßgeblich daran interessiert, die genutzten Gewässer zu schützen, um weiterhin erfolgreich ihrem Hobby nachgehen zu können. Das scheint man hier und da manchmal zu vergessen“, appellierte der Interessenvertreter an die zuständigen Behörden, den Anglern zu vertrauen, anstatt sie zunehmend zu gängeln.


„Auch für uns ist Nachhaltigkeit oberstes Gebot. Wer nicht erfolgreich Hege betreibt, entzieht sich selbst die Grundlage einer auch künftig erfolgreichen Jagd“, so Landesjagdverbandsvorsitzender Dr. Volker Böhning. Gemeinsam mit den Imkern, Wald- und Grundbesitzern vertreten alle am Aktionsbündnis beteiligten Verbände die Interessen von weit mehr als 60 000 Mitgliedern.


Der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Till Backhaus, nahm an der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung zum Aktionsbündnis „Pro Natur MV“ teil. Er lobte die Verbindung und sprach von einem „kampagnenfähigen Zusammenschluss“ der Interessensvertreter. „Ihr schreibt hier Geschichte!“, sagte der Minister.

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