Schaf- und Ziegenzuchtverband MV

29.04.2013

 

 

Dem Schaf- und Ziegenzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern (LSZV) gehören derzeit 223 Mitglieder an. Von ihnen werden allein 31.273 Muttertiere gehalten. Der Rückgang sowohl bei den Mitgliedern als auch im Tierbestand setzt sich, wenn auch in abgeschwächter Form, weiter fort. Darauf wies der Vorsitzende des Verbandes, Jürgen Lückhoff, kürzlich auf der Jahresversammlung in Karow hin.


Neben den Geschäfts- und Rechenschaftsberichten standen Änderungen der Satzung und  Zuchtbuchordnung auf dem Programm. Außerdem beschlossen die Teilnehmer die Einführung einer Ehrenmedaille für verdiente Mitglieder.


 

Jörg Pundt, Schäfer der Agrargemeinschaft Lübstorf eG und Züchter der Rasse Schwarzköpfiges Fleischschaf, erhielt die Auszeichnung für seine langjährige erfolgreiche Zuchtarbeit. Die Lübstorfer Herde ist mit 820 Mutterschafen die größte Schwarzkopfzucht und eine der ältesten Stammzuchten in  Deutschland. Männliche und weibliche Tiere aus dieser Zucht sind über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns gefragt und auf Tierschauen, Wettbewerben und Auktionen überaus erfolgreich. Seit Anfang der 1990er Jahre konnten über 600 Böcke zu guten Preisen bundesweit verkauft werden.


Dr. Siegmar Hansmann aus Woldegk, viele Jahre Mitglied des Verbandes und bereits seit seiner Lehrzeit als Schäfer mit dieser Tierart vertraut, wurde insbesondere für sein Engagement als Sachverständiger und Gutachter bei Schadensfällen geehrt. Verbandsvorsitzender  Jürgen Lückhoff ging in seinem Rechenschaftsbericht auch auf das Auftreten des Wolfes in Mecklenburg-Vorpommern ein. „Es war kein Schäfer, der gerufen hat: ‚Willkommen, Wolf.‘ Die  vom Land vorgelegte Förderrichtlinie zur Prävention und Entschädigung im Schadensfall sei eine hilfreiche Unterstützung. „Sie ist jedoch keine Lösung des Problems“, so Lückhoff. „Alle Schaf- und Ziegenhalter sind zu Aufmerksamkeit und Vorsorge aufgerufen, denn wir sind für den Schutz unserer Tiere verantwortlich.“


Zuchtleiter Dr. Sven Grumbach äußerte sich zu Leistungsprüfungen und ging auf die Unterschiede zwischen Stall- und Weidemast ein. Insgesamt seien die Ergebnisse auf einem guten Niveau und konkurrenzfähig. Er betonte, wie wichtig der Einsatz leistungsgeprüfter Tiere in der Schafzucht ist. Nur so könnten die hohen Anforderungen an tierische Produkte und gleichbleibende Qualität gesichert werden.


Mit Freude und Spannung erwarten die Schafzüchter die Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung im September in Mühlengeez. Tier der MeLa ist in diesem Jahr das Schwarzköpfige Fleischschaf. In einer spontanen Sammelaktion spendeten die Verbandsmitglieder über 200 Euro, um  die Klage eines Schäfers vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gegen die Kennzeichnung der Schafe mit der elektronischen Ohrmarke zu unterstützen.


Gastredner Dr. Martin Piehl, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes, referierte zur „Sicherung der Ernährung – heute nur noch eine Nebenaufgabe der Landwirtschaft im reichen Deutschland?“. Er gab einen Bericht zur aktuellen globalen Ernährungssituation und darüber, wie sich die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte und der Verbrauch bis zum Jahr 2050 verändern werden. Insbesondere ging er auf Auswirkungen ein, die sich für den deutschen Markt, die Agrarproduktion und den Selbstversorgungsgrad ergeben. LSZV

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr