Schäden höher als Einnahmen

10.12.2013

Bildautor: © Archiv

Am 28. Juli führte ein Hagelschlag nördlich von Neubrandenburg auch auf diesem Rapsschlag zu schwerem Schaden.

Die Vereinigte Hagelversicherung verzeichnet 2013 eine positive Geschäftsentwicklung. Mit einem Neugeschäft von 122 000 ha stieg die versicherte Fläche um 94 000 auf bundesweit 4,59 Mio. ha. Die Versicherungssumme wuchs um 6,8 % auf 8,4 Mrd. € und der Beitrag um 7,7 % auf 111,5 Mio. €. Darüber informierte Dr. Derk Westphal, Direktor der Bezirksdirektion Rendsburg der Vereinigten Hagelversicherung, auf den Versammlungen der Bezirksvereine Schwerin und Neubrandenburg in Linstow und Spornitz.

Nach Angaben von Westphal nahm die versicherte Fläche der Vereinigten Hagel im Getreideanbau nur leicht zu, bei Zuckerrüben und Mais sowie Gemüse und Kernobst ging sie zurück. Dagegen verzeichnete man bei Winterraps ein Wachstum von 60 000 ha. Daran war die Bezirksdirektion Rendsburg mit 40 000 ha (+ 37 %) beteiligt. Ursache für die erhebliche Steigerung  war der deutlich geringere Rapsanbau im Jahr zuvor: Der nasse Sommer und Herbst 2011 hatten zu einer stark reduzierten Aussaatfläche geführt.

Die versicherten Betriebe haben die Hektarwerte für Getreide, Mais und Ölfrüchte 2013 entsprechend der positiven Preisentwicklung angehoben. Im Durchschnitt aller Kulturen stiegen sie um 81 €. Aus höheren Hektarwerten und dem Zuwachs an versicherter Fläche ergaben sich 2013 rund 111 Mio. € Prämie, plus 7,64 % gegenüber dem Vorjahr. In der Bezirksdirektion Rendsburg, Ansprechpartner der Vereinigten Hagel in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, wuchs nach Angaben von Bezirksdirektor Westphal das Prämienaufkommen erstmals auf über
5 Mio. € (+ 14,3 % zum Vorjahr).

Der ausgedehnte Rapsanbau bedeute ein hohes Risiko, so Westphal. Die größten Schäden durch Hagel traten im Norden am 16. und 19. Juni sowie am 27., 28. und 29. Juli ein. In Mecklenburg-Vorpommern sorgte ein Hagelschlag in der Region Neubrandenburg am 28. Juli für die heftigsten Verluste. 2013 war für die Vereinigte Hagel das fünfte Überschadensjahr seit 2004. Seitdem gab es genau so viele Unterschadensjahre. Viele Landwirte, so Westphal, haben ihre Hagelversicherung gegen Schäden durch Sturm und Stark-regen erweitert.

In Linstow referierte Dr. Thomas Tanneberger, Chefredakteur der „BauernZeitung“, zu „Technologien, Trends und Temperamente – wohin geht die Landwirtschaft bis 2030?“ Er wies unter anderem darauf hin, dass die Verringerung der staatlichen Zuwendungen, die Preisanstiege bei Energie, Technik, Bauleistungen und Bodennutzung sowie die wachsende Volatilität der Agrarmärkte mittelfristig zu einem weiteren Ansteigen der durchschnittlichen Betriebsgröße führen würden.  Hier gelte es, moderne Kooperationsformen zu finden, die den Bauern die Nutzung von Kostendegressionen bei fairer und würdiger Zusammenarbeit ermöglichen. Der Vortrag ist Teil der Kampagne „Zukunft Landwirtschaft“, die die „BauernZeitung“ seit ihrem 50-jährigen Bestehen 2010 schon in fünfzig Betriebe, Verbände, Veranstaltungen und Bildungseinrichtungen geführt hat.  

Das Thema von Dr. Lissy Kuntze, Saatzuchtleiterin Nordsaat Saatzucht GmbH, Böhnshausen, lautete „Mit leistungsstarker Genetik und Sortenvielfalt Spitzenerträge ernten“. Prof. Dr. Christian Henning, Institut für Agrarökonomie der Christian-Albrechts-Universität Kiel, sprach über „Landwirtschaft am ‚Nachhaltigkeits-Pranger‘ der öffentlichen Meinung: Berechtigte Kritik oder mediale Verführung?“ In Spornitz gab Jan Juister, Juister Pflanzenbauberatung, Hude, Hinweise zum „Maisanbau 2014: 50 Tonnen – aber wie?“
Der Bezirksverein Schwerin bestätigte Gerhard Bohn, Vorstandsvorsitzender in der Agrarbetrieb Karrenzin eG, als Vereinsvorsitzenden. Die Mitglieder beider Bezirksvereine nominierten Dietmar Brauer, geschäftsführender Gesellschafter der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg-Lembke KG, Hohenlieth/Malchow (Poel), einstimmig als Kandidat für die Wahl in den Aufsichtsrat der Vereinigten Hagelversicherung.

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