Rekordergebnis bei Rüben und Zucker

20.01.2014

© Norbert Fellechner

Erntesegen: Die Unternehmensführung der Anklamer Zuckerfabrik zeigte sich zuversichtlich, auch die zusätzliche Erntemenge gut verwerten zu können.

Neue Bestmarke in Anklam: Mit fast 1,4 Mio. t verarbeiteten Rüben und 240 000 t erzeugtem Zucker haben die Mitarbeiter der Zuckerfabrik Anklam in der zurückliegenden Kampagne eine neue Höchstleistung erzielt. Die Rübenverarbeitung endete nach 126 Tagen, teilte die Unternehmensleitung mit. Die Kampagne hatte am 11. September 2013 begonnen.

Gute Aussichten trotz verspäteter Aussaat

Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte sich ein Rübenertrag abgezeichnet, der das bisherige Rekordergebnis aus dem Jahr 2011 von 11,5 t Zucker je Hektar übertreffen könnte. „Dies war nach einer deutlich verspäteten Aussaat zunächst nicht unbedingt zu erwarten“, erläuterte Raik Wrobel, Leiter Agronomie in der Zuckerfabrik. Günstige Witterungsbedingungen und eine sich über die Jahre abzeichnende sehr positive Anbaueignung der Zuckerrübe im Einzugsgebiet der Anklamer Fabrik hätten aber den Ausschlag für die neue Rekordmarke von 11,7 t Zucker je Hektar gegeben.

Die hohe Ausbeute wurde ermöglicht durch einen Rübenertrag von 65 t/ha mit dem für die Anklamer Anbauregion typischen hohen Zuckergehalt von über 18 %. Geschäftsführer Matthias Sauer beglückwünschte die Anbauer: „Mit dieser Ertragskraft sendet unsere Region ein starkes Signal nach außen.“

Täglich 11 500 t Rüben verarbeitet

Die Leistung der Fabrik hat mit zirka 11 500 t täglicher Rübenverarbeitung die Erwartungen erfüllt. Das spreche dafür, dass im alljährlichen Wartungs- und Reparaturprogramm die richtigen Schwerpunkte gesetzt wurden, sagte Volker Hoffmann, Leiter Produktion und Technik. Dies habe große Bedeutung, da nur begrenzt Zeit für Reparaturen zur Verfügung stehe und ein „Durchreparieren“ wie in früheren Jahren nicht mehr möglich sei. Aus dem Grund wird in diesem Bereich eine spezielle Organisationsstruktur neu eingeführt. Außerdem hätten sich Investitionen positiv ausgewirkt, zum Beispiel in die Beseitigung von Engpässen und den parallelen Einbau von Ersatzaggregaten zum schnellen Umschalten bei Wartungsarbeiten im laufenden Betrieb. „Gerade für einen Einzelstandort wie die Zuckerfabrik Anklam hat Sicherheit in der Verarbeitung oberste Priorität. Dies bleibt unser Schwerpunkt“, so Hoffmann.

Der unfallfreie und störungsarme Kampagneverlauf ist nach Einschätzung der Unternehmensführung vor allem das Resultat der konzentrierten Leistung aller Mitarbeiter, ergänzte Geschäftsführer Sauer.

Dieser Erfolg beruhe auch auf der intensiven Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Anbauerverband. Daraus hervorgegangen sei unter anderem eine neue Regelung zur Einordnung großer Mehrmengen einzelner Anbauer in den Lieferplan. Sauer dankte allen, die zum Erfolg der Kampagne beigetragen haben. Wichtig war, dass die Qualität der angelieferten Rüben bis zum Ende der Kampagne gesichert werden konnte. Zur Unterstützung wurde in Anklam eine neue Qualitätsmessung eingesetzt, die Suiker Unie in den Niederlanden bereits seit drei Jahren nutzt. Dies führte dazu, dass einzelne Anbauer kleinere Rübenpartien an Biogasanlagen in ihrer Nachbarschaft verkauft haben. „Wir überlegen, ob diese Möglichkeit zukünftig auch in unserer eigenen Biogasanlage geschaffen werden kann“, so der Geschäftsführer.

Umfangreiches Qualitätsmanagement

Die Zuckerfabrik übernimmt nun bis zur nächsten Kampagne die Lagerung und tägliche Belieferung der Abnehmer von Zucker aus Anklam und sichert dies durch ein umfangreiches Qualitätsmanagement. Denn nicht nur die Menge des erzeugten Zuckers ist wichtig, um alle Kunden bedienen zu können. Der erzeugte Zucker muss auch durchgehend den hohen Qualitätsanforderungen des Marktes entsprechen. Dazu gehört die Einhaltung hoher Standards in den Bereichen Umwelt, Nachhaltigkeit und Energie. Das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich, den aufgrund der Rekordernte zusätzlich erzeugten Zucker zu bestmöglichen Konditionen vermarkten zu können. „Dieser Herausforderung stellen wir uns gern“, so Geschäftsführer Sauer. „Durch die Möglichkeiten im Bereich des Nahrungszuckers und der Bioökonomie sei man sehr flexibel aufgestellt. „Damit eröffnen wir uns zusätzliche Perspektiven mit Blick auf das Auslaufen der Zuckermarktordnung in 2017“, so Sauer.

In der Zuckerfabrik begann am Mittwoch ohne Unterbrechung des Schichtbetriebes die Grobreinigung. Daran werden sich Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten anschließen. „Diese dürften nach der langen Kampagne etwas teurer werden, aber genau wissen wir das erst in einigen Wochen“, so Sauer. Aufgrund der geplanten Erweiterung stehen zudem Investitionen an, vor allem in energiesparende Technologien.

Die Zuckerfabrik Anklam wurde 1883 gegründet und ist der einzige Rübenverarbeiter im Land. Betreiberin ist die Suiker Unie GmbH & Co. KG. Diese gehört zum Unternehmen Royal Cosun U. A. mit Sitz in Breda, Niederlande.

Hier noch Versammlungstermine der Rübenanbauer:

Der Güstrower Rübenanbauerverband e. V. lädt am 13. Februar, 9 Uhr, nach Apenburg-Winterfeld, Landhotel Wieseneck, zur Winterversammlung ein. Weitere regionale Winterversammlungen des Verbandes finden statt am 17. Februar, 9 Uhr,
in Güstrow, Gästehaus am Schlosspark, und am gleichen Tag um 14 Uhr in Lützow bei Schwerin, im Gasthof „Zur scharfen Kurve“.

Der Anklamer Anbauerverband für Zuckerrüben e. V. lädt seine Mitglieder zur Winterversammlung am 21. Februar um 9 Uhr in Altentreptow,  Oberbaustraße 62, Fritz-Reuter-Haus, ein, teilte Verbandsgeschäftsführerin Dr. Antje Wulkow mit.

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