Rätselhaftes Sanddornsterben

03.07.2018

© LaLlf

Abgestorbene Sanddorngehölze am Hochufer von Ahrenshoop am Übergang vom Fischland zum Darß.

Mecklenburg-Vorpommern droht offenbar ein Sanddornsterben. Das belegen Untersuchungen des Pflanzenschutzdienstes des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF). Demnach sind im Sommer 2015 erste komplett abgestorbene Sanddornpflanzen in vitalen Beständen zu beobachten gewesen. Mittlerweile werden teils großflächige Ausfälle von Sanddornsträuchern sowohl in Küstenbeständen als auch in Sanddorn-Plantagen sichtbar.


„Am Hochufer von Ahrenshoop sind bereits ganze Bestände tot. In Teilen der Insel Rügen und ­zwischen Börgerende und Heiligendamm gibt es ebenfalls ­abgestorbene Sanddornsträucher“, informierte Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus am Montag bei der Vorstellung des Berichtes „Verbraucherschutz im Fokus“ im LALLF in Rostock.


Auch in den Sanddorn-Plantagen in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Vorpommern-Greifswald seien Pflanzenschäden festgestellt worden. Die genauen Ursachen für das Phänomen sind noch ungeklärt.


Der Pflanzenschutzdienst des LALLF identifizierte mehrere Schadpilze, die beim Absterben von Sanddorn in anderen ­Regionen bisher nicht in Er­scheinung traten. Möglich sei das Zusammenwirken mehrerer ­Ursachen, hieß es in Rostock. ­Neben Phytoplasmen (Bakte­rien, die sich als Parasiten in ­Pflanzen ­ansiedeln) könnten auch ­klima­tische Faktoren eine Rolle beim Sanddornsterben spielen. Be­fallene Pflanzen zeigen bräunliche Verfärbungen an Zweigen und Stamm oder welkende und abfallende Blätter. Binnen eines Jahres sterben die Sträucher ab.


„Wichtig ist jetzt ein umfang­reiches Monitoring im Land mit zielgerichteten Probeentnahmen und -untersuchungen“, betonte Backhaus. In der Diagnostik ar­beitet das Landesamt bereits mit dem Julius Kühn-Institut (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) und mit Laboren anderer Bundesländer zusammen.

 

 

 

Hintergrund
2017 wurden im LALLF nach eigenen Angaben rund 665.800 Proben untersucht und ausgewertet, darunter mehr als 610.000 Proben in der Tierseuchendiagnostik. Außerdem wurden mehr als 34.600 Proben im Pflanzenschutzdienst, 8.308 Proben nach Fleischhygienerecht und 8.050 Proben im Lebensmittelbereich bei Erzeugern und Händlern entnommen. Der Anteil der beanstandeten Lebensmittel lag bei 12,8 %  im Schnitt der Vorjahre.

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