Projekt "Hof-Naturschutztag"

17.05.2013

Im Rahmen des Projektes „Hof-Naturschutztage“ haben Landwirte auf dem Siebengiebelhof in Drenkow, Landkreis Ludwigslust-Parchim, einen Entwässerungsgraben naturnah umgestaltet. Zusammen mit den Mitarbeitern des Betriebes hat Betriebsleiter Jörg Grigat eine etwa 90 m2 große Grabentasche ausgebaggert. Das Aufweiten von Abschnitten des Entwässerungssystems ist eine geeignete Maßnahme, um Gräben als künstliche Gewässer, die meist für die schnelle und geregelte Wasserabführung angelegt wurden, im Interesse des Naturschutzes aufzuwerten.

 

 

Baggerarbeiten auf einer Grünlandfläche des „Siebengiebelhofes“: Landwirte weiten einen Entwässerungsgraben zunächst auf ...

 

 

 

... und formen anschließend flache Uferzonen als Lebensraum unter anderem  für Libellen, Frösche und Pflanzen aus.  Fotos: Arne Bilau


 

Durch die Grabentasche werden die Wasserfläche vergrößert und zusätzlich Uferbereiche und Flachwasserzonen geschaffen, die die Lebensraumqualität unter anderem für Libellen, Frösche und verschiedene Pflanzenarten verbessern. „Die Grabentasche wurde auf der Grünlandfläche so angelegt, dass diese von umliegenden Bäumen möglichst wenig beschattet wird“, erläutert Jörg Grigat. „Somit erwärmt sich das Wasser im Frühjahr schneller und verbessert die Laichbedingungen für Amphibien.“


Der Landwirt hofft, dass durch diese Naturschutzmaßnahme auch das Nahrungsangebot für den Storch verbessert wird und der Siebengiebelhof bald wieder ein Storchenpaar beherbergt. „Ein Storchennest halten wir jedenfalls für den Fall der Fälle schon mal bereit“, so Grigat.


Ergänzend zu den Arbeiten am Grabensystem wird der Siebengiebelhof in der nächsten Zeit noch weitere Naturschutzmaßnahmen umsetzen. Über die Teilnahme an dem Projekt „Hof-Naturschutztage“ hat sich der Demeter-Betrieb Anregungen und Empfehlungen für sinnvollen Naturschutz auf seinen Betriebsflächen eingeholt und sich einen Maßnahmeplan erstellen lassen. „Neben der Anpassung der Flächenbewirtschaftung an die Bedürfnisse der Wiesenbrüter möchten wir auch Landschaftselemente wie Feldsäume und Hecken neu anlegen“, gibt Jörg Grigat Auskunft.


„Mit dem Beratungsangebot Hof-Naturschutztage wollen wir die Landwirte bei kleinen und großen Naturschutzmaßnahmen unterstützen. Durch die fachliche Unterstützung können Naturschutz- und betriebswirtschaftliche Belange aufeinander abgestimmt werden“, nennt Arne Bilau vom Fruchtwechsel e. V.  einen wichtigen Vorteil. Das Projekt ist 2012 gestartet worden und wird von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung gefördert. Im vergangenen Frühjahr und Sommer haben 16 ökologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem Verein Fruchtwechsel einen Hof-Naturschutztag durchgeführt. Wegen der guten Resonanz bei den Betrieben wird das Beratungsangebot für Landwirte in diesem Jahr weitergeführt. PI/BZ


 

Kontakt: Fruchtwechsel e. V., Naturschutz- & Ackerbauberatung, Konower Weg 5, 18198 Wilsen; Tel.: (03 81) 4 61 59 54, Mobil: (01 76) 41 20 18 16, abilau@fruchtwechsel.org

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