Pflügerwettbewerb in Niekrenz

23.04.2015

© Hartmut Berlik

Wer beherrscht die Kunst des Pflügens am besten? In Niekrenz, Ortsausgang Richtung Vietow/Tessin, zeigen am kommenden Samstag über ein Dutzend Pflüger ihre Fähigkeiten.

Es ist die hohe Kunst der Landwirtschaft und eine Wissenschaft für sich: das Pflügen. Den jeweils vorhandenen Boden gilt es so zu bearbeiten, dass er gut gewendet ist, die Brocken nicht zu groß sind und ein schönes, ebenes Bild entsteht.


Alle Pfluginteressierte sind am kommenden Sonnabend eingeladen zum 24. Pflügerwettbewerb des Bauernverbandes Bad Doberan, der LMS Agrarberatung und des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg. Los geht es um 9.30 Uhr bei der GbR Agrarproduktion Niekrenz am Ortsausgang Richtung Vietow/Tessin. Hervorragend lässt sich dort am Parzellenrand darüber fachsimpeln, welche Technik nun die beste ist und welcher Pflüger das geschickteste Händchen hat.  

 

Titelverteidiger am Start


Auch Diethelm Hinz von der Agrargesellschaft Hellbach-Neubukow wird sich zu den Schaulustigen gesellen. Er schickt nämlich gleich drei Mitarbeiter ins Rennen, darunter einen Lehrling im zweiten Ausbildungsjahr. „Ich fiebere mit den Kollegen mit, ist doch klar“, sagt Dieter Hinz. Die Latte hängt schließlich hoch. Hinzes Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren etliche Titel eingeheimst. „Wir haben in den letzten zwölf Jahren die ersten und zweiten Plätze belegt“, berichtet der Landwirt. Insgesamt messen sich 14 Pflüger, darunter acht Auszubildende. „Da sind wir wirklich stolz drauf, dass die Betriebe die Ausbildung ernst nehmen und ihre Azubis motivieren, sich mit dem Einmaleins des Pflügens auseinanderzusetzen“, sagt Detlef Lindemann, Geschäftsführer des Bauernverbandes Bad Doberan.


Die Wettkämpfer müssen eine genau bemessene Parzelle nach strengen Regeln exakt pflügen. Dabei kommen Beet- und Drehpflüge zum Einsatz, die sich in ihrer Arbeitsweise unterscheiden. Bis zu 100 Punkten kann ein Pflüger erreichen. „Das Niveau ist so hoch, dass es manchmal in den Platzierungen um halbe Punkte geht“, so Lindemann. Er verspricht einen interessanten Tag nicht nur fürs Fachpublikum. „Wir wollen auch Verbraucher mit unserem Pflügerwettbewerb erreichen und zeigen, wie feinfühlig die Pflüger mit großer Technik umgehen können.“ Für Unterhaltung sorgen aber auch Ponyreiten, Landtechnikausstellung und Jagdhornbläser.


Der Tag wird zugleich eine Reise in die Geschichte des Pflügens. Oldtimer sowie mehrere Pferdegespanne mit Pflug werden zu sehen sein. Letztere werden sich ebenfalls in einem Wettkampf messen.


Vor Tausenden von Jahren bereits begannen die Menschen, mit einfachen Astgabeln den Boden zu pflügen. Mit der Grundbearbeitung der obersten Ackerschicht wird der Boden zerbröckelt, gelüftet und um 135 Grad gewendet, Erntereste und Stalldung werden eingearbeitet sowie Wurzelunkräuter vernichtet. Richtig gut gelang die Wendung des Bodens erst mit der Erfindung des Pfluges. 1750 wurde erstmals auf der Weltausstellung ein Pflug aus Eisen gezeigt. Dank der Entwicklung des Gerätes konnten die Erträge weiter gesteigert werden. Die heutigen Pflüge sind optimal gestaltet.

 

Viele Pflugstunden


Für beste Ergebnisse müssen sie – wie andere Werkzeuge auch – eingestellt und bedient werden können. Hierzu sind theoretische Kenntnisse und viele Pflugstunden notwendig. Die haben die Mitarbeiter von Diethelm Hinz von der Agrargesellschaft Hellbach-Neubukow. Denn zwei Drittel der Anbaufläche der Agrargesellschaft werden immer noch gepflügt. Kollege Heiko Hardt habe fürs Gerät ein ganz besonderes Händchen, verrät Diethelm Hinz. Das wird ihn am Sonnabend sicherlich nicht im Stich lassen, hofft der Chef. Wer zur Siegerehrung um 13 Uhr auf dem Treppchen steht? Das dürfte wie immer spannend werden.

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