Neuer Service für Energiewirte

17.12.2013

Bildautor: © Stephan Hartwig

Nach dem erfolgreichen Biogasseminar: Dr. Denny Wiedow, Uni Rostock, Aldo Arndt, LMS, Dr. Silke Heinz, LKV, Andrea Kowalke, Land­gesellschaft MV, Maik Orth, IBZ Hohen Luckow, und Dr. Jörg Burgstaler, Uni Rostock (v. l.).

Betreiber von Biogasanlagen im Land können demnächst von einer neuen Partnerschaft profitieren: Der Landeskontrollverband für Leistungs- und Qualitätsprüfung MV (LKV), die Universität Rostock und die LMS Agrarberatung haben ihre Biogas-Kompetenzen gebündelt und ein neues Serviceangebot entwickelt. Der Verbund bietet ab dem 1. Januar 2014 Dienstleistungen zu wissenschaftlichen Fragestellungen für den sicheren, umweltkonformen und wirtschaftlichen Betrieb von Biogasanlagen an. Grundlage ist ein Kooperationsvertrag mit der Universität Rostock – Professur Tierhaltung und Verfahrenstechnik mit dem Schwerpunkt Abprodukt- und Reststoffaufbereitung sowie Verwertung mit dem angegliederten A.F.E.R. e. V.-Institut beim IBZ Hohen Luckow e. V. Nach einer Probelaufzeit in Referenzanlagen zogen Berater und Anlagenbetreiber ein positives Zwischenfazit.

Steigende Nachfrage

Die Biogasfachberatung konzentriert sich auf die umfassende Untersuchung der Inputsubstrate und Fermenter-/Gärrestproben sowie der Auswertung und Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Biogasproduktion. Weiterhin können Fragen beantwortet werden zu(r):

 

- Prüfung der Anspruchsgestaltung von Boni,
- Betriebskosten,
- Datenerfassung,
- Fütterungsgestaltung
- Gaspotenzialbestimmung der Inputsubstrate und Gärreste
- Auswirkungen von Medikamenten und Reinigungsmitteln,
- Auslastung der Biogasanlage (Leistungserfassung und ungenutzte Potenziale, Eigenstromverbrauch),
- Gasleckagen und
- Überprüfung von Leistungsangeboten (Preisermittlung/ Angebotserstellung).


Den Land- und Energiewirten konnte deutlich gemacht werden, dass Biogasanlagenbetreiber sowohl in der Planung als auch im Betrieb an vielen „Schrauben“ drehen können, um die Effizienz zu steigern. Mit dem Serviceangebot reagiert der Kooperationsverbund auf die steigende Nachfrage aus der Biogasbranche. Anlagenbetreiber haben mit verschärften Rahmenbedingungen und zum Teil mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das Leistungsangebot umfasst die Durchleuchtung der Biogasprozesskette, die Erkennung von Sicherheitsrisiken und die Verbesserung des Anlagenbetriebes, angefangen vom Substratanbau über die Betriebsabläufe bis hin zur Gas-, Substrat- und Gärrestanalytik. So messen die Spezialberater Emissionen, erstellen Lärmgutachten und weisen Gasverluste nach. Auch technische und sicherheitsrelevante Kontrollen können übernommen werden. Die unabhängigen Experten können Patente zur Entwicklung von Produkten zur Effizienzsteigerung und Verbesserung der Prozessstabilität von Biogasanlagen und zur Reinigung von Biogas nachwei-
sen. Sie führen ein umfangreiches Anlagenmonitoring mit Schwachstellenanalyse durch, schaffen einen Standard der Vergleichbarkeit und helfen, Stör- und Fehlerquellen aufzudecken und die Arbeitsabläufe zu verbessern. Beteiligten Experten wurde für das Forschungsprojekt „Effizienzsteigerung von Biogasanlagen“ der Hermes-Junior-Preis 2012 verliehen und das EU-Patent zur „Produktentwicklung zur Effizienzsteigerung und Verbesserung der Prozessstabilität von Biogasanlagen“ zuerkannt.

Interessierte Land- und Energiewirte hatten kürzlich Gelegenheit, auf einem Betreiberseminar in Güstrow Näheres zu erfahren. Dazu hatten der LKV und seine Kooperationspartner eingeladen. Mehr als 70 Teilnehmer informierten sich. Dr. Jörg Burgstaler, Universität Rostock, stellte das Beratungskonzept für Milchviehbetriebe mit Biogasanlagen vor. Er zeigte Arbeits- und Forschungsschwerpunkte der Uni Rostock in der Biogasprozessforschung (Additiveinsatz, Prozessparameter, Substratanalytik, Laborversuchsanlagen) und hob die sich ergänzende Vernetzung der Kooperationspartner hervor. Burgstaler wies darauf hin, dass die Energiewirte in der Beratung auf Weiterbildung und Schulungen zurückgreifen können.

Fehler erkennen

Wie Schwachstellen der Effizienzsteigerung identifiziert werden können, zeigte Dr. Denny Wiedow, Uni Rostock. Er verwies darauf, dass mehr als 60 % der Biogasanlagen nicht wirtschaftlich betrieben werden. Es gilt, Schwachstellen im Fermentationsprozess frühzeitig aufzuspüren und diesen zu stabilisieren. Dazu können Versuche im Labormaßstab an der Uni Rostock beitragen. Aldo Arndt, LMS Agrarberatung/LUFA Rostock), veranschaulichte die Möglichkeiten der Fermenter- und Substratuntersuchungen. In der LUFA ist die Analyse von Inputstoffen wie Mais, Gras und Gülle sowie Gärresten und Fermenterflüssigkeiten seit Jahren etabliert. Aus diesem Datenpool stellte Arndt Ergebnisse vor. Maik Orth vom IBZ Hohen Luckow zeigte Möglichkeiten der Produktentwicklung auf, um Biogasanlagen wirtschaftlich betreiben zu können. So stellte er einen Bandtrockner vor, der die Abwärme von Biogasanlagen sinnvoll nutzen und Gärreste aufbereiten sowie trocknen kann. Andrea Kowalke, Landgesellschaft MV, referierte zum Repowering von Biogas­anlagen. Sie verdeutlichte, wie sich Anlagen auch „im reiferen Alter“ durch entsprechende Technik verjüngen lassen und gleichzeitig die Anlagensicherheit und -ausnutzung verbessert werden. Koordiniert wird das neue Serviceangebot über den LKV. Als Ansprechpartner stehen die Biogasspezialberater Dr. Jörg Burgstaler und Dr. Denny Wiedow gern zur Verfügung.

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