MIHG investiert in Petschow

13.11.2018

© Jürgen Drewes

Die neue Halle der MIHG in Petschow.

Nando Schünemann muss erst einmal kräftig durchatmen. Hinter dem Geschäftsführer des Landmaschinenhandels MIHG in Petschow, unweit von Rostock, liegen aufregende Wochen. Doch nun ist es geschafft. Im Oktober konnte endlich gefeiert werden. Das unmittelbar nach der Wende gegründete Unternehmen hat noch einmal umfangreich investiert. In eine elf Meter hohe Halle mit 1.200 m2 Fläche für Werkstatt, Ersatzteillager, Büro- und Schulungsräume. Und viel Glas drum herum. Die umfangreichste Investition seit Firmengründung 1990. Kostenpunkt 2,3 Millionen Euro, etwas mehr als anfangs geplant. Aber es hat sich gelohnt. Als der Komplex im Oktober feierlich eingeweiht wurde, kamen fast 300 Gäste. Landwirte, Maschinenhersteller, Partner. Und alle zeigten sich begeistert. Superservice, mehr geht nicht, so der einhellige Tenor.

 

Start mit sieben Mitarbeitern

 

Angefangen hat alles vor 28 Jahren mit von der ehemaligen LPG übernommenen Hallen. Und sieben Mitarbeitern. Heute sind es 86. Hinzu gekommen sind Niederlassungen in Bergen auf Rügen, Demmin, Löbnitz und im polnischen Pyritz. Sowie ein Tochterunternehmen mit dem Aufgabenschwerpunkt Hofinnenwirtschaft. Erstmals wurde 1997 in eine neue Werkstatt investiert. Doch die platzte inzwischen aus allen Nähten. Vor allem deshalb, weil sich der Kundenstamm spürbar erweitert hat. Auf aktuell mehr als 2.000.

 

Seniorchef Hans Schünemann bot sich am Eröffnungstag die Möglichkeit, viele gute alte Bekannte zu begrüßen. Der mittlerweile 81-Jährige hatte nach der Wende den Grundstein für das Unternehmen gelegt. Dabei konnte er  auf viele im Ausland gewonnene Erfahrungen zurückgreifen, die er in Kuba, im Irak und auch in Polen gewonnen hat. Im dortigen Pyritz kümmert er sich noch heute maßgeblich um die Geschicke des Unternehmens. 

 

Die Landmaschinenhersteller, mit denen die Maschinen-, Instandsetzungs- und Handelsgesellschaft – kurz MIHG – zusammenarbeitet, hatten  anlässlich der feierlichen Einweihung des neuen Hallenkomplexes das Neueste an Technik aufgefahren, was der Markt zu bieten hat. Darunter ein AGCO Ideal, der für die Marken Fendt, Massey Ferguson und Challenger hergestellt wird. Ein Mähdrescher, der neue Maßstäbe setzt und schon optisch durch seine graphitfarbene Lackierung in der ansonsten überwiegend in rot, gelb und auch grün gehaltenen Mähdrescherwelt auffällt. Technisches Highlight der IdealBaureihe ist die als Option erhältliche automatische Selbsteinstellung. Das Elektroniksystem erfasst mithilfe von 52 Sensoren sämtliche Gutflüsse in der Maschine. Das heißt, alle nur möglichen Einstellungen der Rotoren, Körbe und Siebe sowie die Drehzahlen von Gebläse und Rotoren werden vollautomatisch eingestellt. Um sich im Betrieb den beim Drusch wechselnden Bedingungen fortlaufend anzupassen.

 

Auch das Familienunternehmen Bernard Krone aus dem Emsland, Horsch als ein führender Anbieter für Technik aus den Bereichen Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und Säen mit Sitz im bayrischen Schwandorf und viele weitere Anbieter hatten ihre neuesten Angebote auffahren lassen. Auch DeLaval war präsent. Das Unternehmen gilt nach seiner Gründung vor rund 140 Jahren heute als weltweit führender Anbieter von Produkten und Lösungen in der Milchwirtschaft. Und hat sich zudem einen Namen für Technikangebote in der Hofinnenwirtschaft gemacht. 

 

In dritter Familiengeneration

 

„Auch bei uns heißt es: Service, Service und nochmals Service“, verweist MIHG-Chef Nando Schünemann auf die von Vater Hans begründete Unternehmensphilosophie. Eine Tradition, die Juniorchef Felix Schünemann in nunmehr bereits dritter Familiengeneration erfolgreich begleitet. Der 27-Jährige kümmert sich vor allem um den Verkauf von Maschinen. 

 

Ein Thema konnten viele Teilnehmer an diesem Eröffnungstermin allerdings nicht ganz ausgrenzen. Nach drei schlechten Erntejahren und der anhaltenden Notlage vieler Milchbauern läuft das Verkaufsgeschäft längst nicht mehr so wie noch vor geraumer Zeit. 

 

„Wir halten das aber aus, stellen uns der Situation“ blickt die Führungsriege inklusive Wenke Schünemann, die sich vorrangig um den Bereich Melkmaschinen kümmert, optimistisch in die Zukunft. Und das im Vertrauen darauf, dass nach wie vor zuallererst ein optimaler Service den Grundstein für ein erfolgreiches Miteinander von Landwirten und Technikunternehmen bildet.

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