MeLa 2018

11.09.2018

© MAZ

Eine Nachricht versetzte nicht nur Geflügelhalter und Veterinärbehörden in Mecklenburg-Vorpommern in Unruhe. Auch beim MeLa-Veranstalter MAZ löste die Meldung von einem Vogelgrippefall in einem Haustierbestand in Wismar Besorgnis aus. Am Dienstag dann Erleichterung  bei MAZ-Geschäftsführerin Christin Mondesi: „Das zuständige Veterinäramt hat mitgeteilt, dass der Fall in Wismar zunächst keine Auswirkungen auf die MeLa hat.“ Aber man müsse die Entwicklung beobachten.

 

Trotz der „Entwarnung“ in Sachen Vogelgrippe ist die Stimmung vor der 28. Auflage der Mecklenburgischen Agrarschau in Mühlengeez bei Güstrow gedämpft. Der Grund: Die lange Trockenheit hat in der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns nach offiziellen Angaben Verluste von etwa 531 Mio. € verursacht. Die durchschnittlichen Mindererträge im Vergleich zum langjährigen Mittel liegen bei Getreide und Raps zwischen 22 und 30 %. 

 

Seit Donnerstag voriger Woche haben die am stärksten von der Dürre betroffenen Landwirtschaftsbetriebe wenigstens Gewissheit über einen teilweisen Schadensausgleich. Der Finanzausschuss des Schweriner Landtages hat zugestimmt, 25 Mio. € für ein Dürrehilfeprogramm bereitzustellen. Zuvor hatte der Bund seinen Beitrag für MV auf ebenfalls 25 Mio. € festgelegt.

 

„Damit ist der Weg frei, die Bund-Länder-Hilfe für Landwirtschaftsbetriebe umzusetzen, die von erheblichen Einnahmeausfällen betroffen sind“, kommentierte Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Schweriner Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, die Entscheidung. Nach bisherigen Schätzungen können 10 bis 20 % der Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern Einnahmeverluste von mehr als 30 % gemessen am Durchschnitt der vergangenen Jahre nachweisen. Diesen ­Betrieben kann aus dem Dürrehilfsprogramm ein Schadensausgleich von bis zu 50 % gewährt werden. 

 

Bereits vor der MeLa hatte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus „ein Umdenken in der Agrarpolitik“ angemahnt und die Landwirte im Nordosten aufgefordert, ihre Betriebe „unabhängiger vom Klimawandel“ zu machen. Extreme Witterungsereignisse wie die Trockenheit der vergangenen Monate oder die Überflutungen 2017 stellten sich immer häufiger ein. Die Kompensation der entstandenen Schäden überfordere die Landwirte ebenso wie die Gesellschaft. „Die europäische Agrarpolitik muss es den Landwirten ermöglichen, mit Umweltleistungen Geld zu verdienen. Das macht sie betriebswirtschaftlich unabhängiger, auch von den Auswirkungen extremer Witterung“, warb Backhaus für seine Vorschläge zur Fortsetzung der EU-Agrarpolitik nach 2020. Er sprach sich dafür aus, dass Landwirte künftig in einen Risikofonds einzahlen sollten. 

 

Der Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Detlef Kurreck, kündigte an, die agrarpolitische Debatte auf dem MeLa-Bauerntag (Bauernzeitung Heft 36, Seite 28) fortzusetzen. „Die MeLa ist das Schaufenster der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Wir werden es offenhalten, auch wenn es den Landwirten in diesem Jahr nicht so gut geht“, so Kurreck. Wichtig sei es, mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Dafür biete sich die MeLa an. Trotz der schwierigen Gemengelage ist das Interesse der Wirtschaft an der Messe ungebrochen: Mit mehr als 1.000 Ausstellern aus elf Ländern ist die MeLa so stark nachgefragt wie in den Jahren zuvor. Die BauernZeitung ist wieder Medienpartner.

 

Im vorigen Jahr kamen 72.700 Besucher zur MeLa, so viele wie noch nie (Bild oben). 

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