Marktkrise hat Spuren hinterlassen

03.01.2017

Dr. Till Backhaus © Gerd Rinas

2016 hat vor allem die Milchmarktkrise Spuren in der Landwirtschaft hinterlassen. Nach Angaben des Ministers Dr. Till Backhaus ging die Zahl der Milchviehbetriebe im Land in den vergangenen zwei Jahren um 62 (sieben Prozent) auf 788 zurück. Damit liegt der jährliche Rückgang mit 3,5 % nur geringfügig über dem durchschnittlichen jährlichen Rückgang bundesweit (3 %). Die Folgen sind für Mecklenburg-Vorpommern aber vergleichsweise groß: „620 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz, der Milchkuhbestand verringerte sich um 10 376 auf 72 132 Tiere. Wer einmal mit der Milch aufhört, fängt nicht wieder an. Hinzu kommen Lohnverzicht und aufgeschobene Investitionen. Die Auswirkungen auf den vor- und nachgelagerten Bereich lassen sich noch gar nicht abschätzen“, so Backhaus. Der Milchpreis sei zwar auf über 30 ct/kg angestiegen, decke aber immer noch nicht die Produktionskosten.


Zum Preisanstieg habe der weltweite Rückgang der Milchmenge auf dem Markt seit Mitte 2016 beigetragen. Allein in der EU hätten 58 000 Milcherzeuger 1 Mrd. kg Milch weniger vermarktet. In Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich 165 Milcherzeuger an Milchreduktionsprogrammen. Sie verringerten ihre Anlieferung um 25 900 t.


Backhaus wies darauf hin, dass zahlreiche Mitglieder großer Molkereigenossenschaften ihre Mitgliedschaft in der Krise enttäuscht gekündigt hätten. „Auch private Molkereien im Land haben erhebliche Milchmengen verloren.“


Der Minister bekräftigte seine Forderung, den § 148 der Gemeinsamen Marktordnung zu ändern. Dieser regelt die Privilegierung der Genossenschaften beim Abschluss von Milchlieferverträgen. „An einem marktwirtschaftlichen Vertragsmanagement führt kein Weg vorbei. Einzelne Molkereien beginnen, mit Milcherzeugern Verträge abzuschließen, in denen Liefermenge, Lieferzeitraum, Preis und Qualität festgelegt sind. Auf diesem Weg müssen wir 2017 weiterkommen. Sonst steuern wir mit voller Wucht in die nächste Krise“, betonte Backhaus.

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