Leerer Fördertopf für Wolfsprävention

12.01.2017

© Sabine Rübensaat

Karow. Die Wolfsübergriffe in der Ueckermünder Heide (BauernZeitung Heft 1/2017, Nordausgabe S. 11 ) nimmt der Landesschaf- und Ziegenzuchtverband zum Anlass, um noch einmal auf den dringenden Handlungsbedarf hinzuweisen. Nachdem in drei Jahren in Folge in den zwei Rudeln im Land zahlreiche Welpen geboren wurden, muss von einer verstetigten und vergrößerten Population ausgegangen werden. Damit dürfte auch die Zahl der zu erwartenden Übergriffe steigen.



„Die Entscheidung von Minister Dr. Backhaus, das ganze Land zum Wolfsgebiet zu erklären, war richtig. Aber dann müssen den Tierhaltern die angekündigten Fördermittel in Höhe von 75 % auch zur Verfügung gestellt werden. Wenn Antragstellern wenige Monate nach der Entscheidung mitgeteilt wird, dass der Fördertopf leer ist, läuft die gut gemeinte Absicht ins Leere,“ sagte Verbandsvorsitzender Jürgen Lückhoff.



Die Förderrichtlinie könne nur einen Rahmen setzen. Die ­Voraussetzungen der schafhaltenden Betriebe oder Züchter seien sehr unterschiedlich. Es gebe Tierhalter mit weniger als zehn Tieren und solche mit mehreren Tausend Schafen. Bei manchen Landschaftspflegeprogrammen sei der Zugang für Spaziergänger offenzuhalten. Dies mache es auch für die zuständigen Behörden nicht einfach, über Förderanträge für Präventionsmaßnahmen zu entscheiden.



Lückhoff sieht daher auch hier Aufklärungsbedarf. „Wenn ein entsprechender Schutz nicht möglich ist, stehen die Schaf- und Ziegenhalter allein vor dem Problem, Übergriffe zu verhindern. Unsere Mitglieder wollen ihre Tiere schützen, sie sind die Grundlage für ihren Lebensunterhalt.“ Der Verband fordert daher, ausreichend Finanzmittel für Prävention und Entschädigung im Schadensfall zur Verfügung zu stellen. Die Bundesregierung sei aufgefordert, Größenordnungen für den Erhaltungszustand der Wolfs-population vorzulegen und bei Überschreitung wirksame Ins­trumente zur Regulierung vorzusehen. Auffällig gewordene „Problemwölfe“ müssten umgehend entnommen werden.

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