Landeshegeschau in Linstow

03.05.2018

© Karl-Heinz Engel

Die Hegeschauen des Landesjagdverbandes in Linstow sind stets gut besucht. Die vorgestellten Jagdtrophäen hat zuvor eine Jury nach den Regeln des Internationalen Jagdrates (CIC) bewertet.

Der Kreis Mecklenburgische Seenplatte darf mit Abstand als Mecklenburg-Vorpommerns Wildkammer Nr. eins gelten. Das wird anhand des Medaillenspiegels der jüngsten Hegeschau des Landesjagdverbandes (LJV) in Linstow deutlich. Die Jäger von der Seenplatte heimsten für ihre Exponate in den Kategorien Rot-, Dam-, Muffel-, Schwarz- und Rehwild 46 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen ein. Die Landkreise Rostock (32) und Ludwigslust-Parchim (31) belegten die Plätze zwei und drei. Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und Nordwestmecklenburg bildeten mit jeweils 13, 11 und 6 Medaillen den Schluss der Statistik. Aufschluss über das zahlenmäßige Wildvorkommen ergibt sich aus dem Medaillenspiegel zwar nicht unbedingt, wohl aber lässt sich erkennen, dass in den erstgenannten Kreisen besonders starkes Wild seine Wechsel zieht.

 

Besucher staunten


Die am höchsten bewerteten Trophäen stammten allerdings nicht von der Mecklenburgischen Seenplatte. In der Kategorie Rotwild stand der Landkreis Rostock vornan. Die Jury bewertete ein von Roland Schneider eingereichtes Geweih mit 235,20 Punkten. Das 10,75 kg schwere Geweih fiel vor allem durch seine Stangenlänge von 118 cm auf. Mit 18 Sprossen, weidmannssprachlich Enden, ist es jedoch nur mäßig vereckt. Von den 49 präsentierten Rothirschtrophäen schafften sage und schreibe weitere 21 Gold.


Die Besucher staunten über eine solche Stangenparade. Ein absoluter „Durchreißer“, wie er in der Vergangenheit immer mal wieder vorkam, fehlte dem 2018er Bewertungsjahrgang jedoch. So blieb die Trophäe von Roland Schneider deutlich unter dem Landesrekord von 267,49 Zählern. Den markierte 2014 ein Geweih, das Fredi Hafenmeister (Vorpommern-Rügen) eingereicht hatte. Dennoch sind auch 235,20 Punkte absolut ehrenwert.


Dass Rothirsche reihenweise wuchtige Geweihe ausbilden, hielt vor 25 Jahren kaum jemand für möglich. Damals wurde noch die auf bestmögliche Geweihentwicklung abzielende Güteklassenhege propagiert. Dann aber setzte sich die Altersklassenbewirtschaftung durch, zunächst gegen den Widerstand vieler Jäger, die den Niedergang der Geweihqualität befürchteten. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Experten vermuten indes auch, dass Rot- und Damwild vom Anbau energiereicher landwirtschaftlicher Kulturen profitieren.


Beim Damwild waren dieses Mal 24 Schauflergeweihe zur Beurteilung vorgestellt worden. Die höchste Punktzahl vergaben die Juroren mit 198,59 an ein Ausstellungsstück von Harry Koch aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim. Der Südwesten Mecklenburgs gilt als hervorragende Damwildregion, der Trophäen mit über 205 Punkten entstammen.


Schauwert boten auch dieses Mal die Mufflonpräparate. Obwohl hierzulande nur relativ kleine Bestände des korsischen Wildschafes leben – die Jahresjagdstrecke liegt bei etwa 200 Stück –, präsentieren die Jäger immer wieder prächtige Hornschnecken. Von den zehn eingereichten Trophäen wurden vier mit einer Goldmedaille geehrt. Die mit 219,30 höchste Punktzahl errechneten die Juroren für Dr. Bernhard Termühlen. Er erlegte den Widder in Vorpommern-Rügen. Auch die anderen Goldmedaillenträger stammen aus dem Kreis. Sorgen bereitet Jägern jedoch die Zukunft des Muffelwildes. Der Grund: die Zunahme der Wölfe. In Sachsen und Südbrandenburg sind bereits viele Reviere mufflonfrei. Die Schafe sind den Nachstellungen der Wölfe nicht gewachsen.

 

Ein Gewaff mit Gold


Bei den Wildschweinkeilern übertraf nur ein Gewaff – das sind die imposanten Eckzähne – die Goldgrenze. Es gehört Sebastian Hildebrand aus dem Kreis Ludwigslust-Parchim. In dieser Kategorie waren 16 Schaustücke vorgelegt worden. 59 waren es dagegen beim Rehwild. Viel zu tun also für die 27 Jurymitglieder. Steffen Kriszun aus dem Landkreis Rostock holte sich mit dem Spitzenwert von sehr guten 152,75 Punkten den ersten Platz unter den elf vergebenen Goldmedaillen. Weit davon entfernt ist jedoch der 2012 aufgestellte Landes- und Bundesrekord mit sage und schreibe 185,35 Zählern. Das Ausnahmegehörn wurde damals von Gerd Möller in der Nähe von Wolgast erbeutet.


Zur Beurteilung der Trophäen herangezogen werden je nach Wildart vier bis acht Kennziffern, etwa Gewicht, Volumen, Stangenumfang und Endenzahl. Vorgegeben wird der Berechnungsschlüssel vom Internationalen Jagdrat (CIC). Die Ergebnisse sind somit innerhalb der Mitgliedsländer vergleichbar.

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