Land unter an der Ostpeene

02.08.2017

© Heike Müller

Ratlos: die Landwirte Friedrich und Andreas Beck, Claus-Dieter Tobaben und Hans Behn (v. l.). Kleines Foto: Pegelstand nach der Krautung.

Starkregen im Juni und Juli hat im Bereich der Ostpeene dazu geführt, dass größere Grünlandflächen überflutet oder nicht befahrbar sind. Vier Milchviehbetriebe sind davon mit ca. 350 ha betroffen. Auf diesen Flächen ist der 2. Schnitt zum Teil komplett ausgefallen. Aufgrund der Narbenschädigung ist damit zu rechnen, dass teils auch kein 3. Schnitt möglich sein wird. Wo nach dem Ablaufen des Wassers noch ein Siloschnitt eingebracht werden kann, wird durch das unbeabsichtigte Einbringen toter Kleintiere in die Silage das Auftreten von Botulismus befürchtet.


Aus Sicht der Landwirte kann das Wasser in der Ost-Peene vor allem deshalb bei einem geringen Gefälle nicht ablaufen, weil die Krautung seit einigen Jahren erst ab 15. Juli möglich ist. Wo Bauerngraben und Kittendorfer Peene in die Ostpeene fließen, ist deutlich zu sehen, dass diese beiden Gewässer zweiter Ordnung überlaufen und nicht in die Ostpeene entwässern können.


Am 17. Juli wurde dort mit der Krautung begonnen. Zwei Tage später war der Pegel an der Oberen Peene im Einmündungsbereich der Gewässer 2. Ordnung bereits um ca. 40 cm gefallen. Für die Betroffenen ist das ein Beleg dafür, dass die späte Krautung im Gewässer 1. Ordnung als wesentliche Ursache für den Rückstau anzusehen ist. Bauernverband Malchin und Wasser- und Bodenverband „Obere Peene“ wandten sich schriftlich an das StALU Mecklenburgische Seenplatte. Der Amtsleiter wurde aufgefordert, für die notwendige Gewässerunterhaltung zu sorgen und einen ordnungsgemäßen Wasserabfluss zu sichern. Dazu gehören aus Sicht der Landwirte eine deutliche Vorverlegung der Krautentnahme sowie eine zweite Krautung im weiteren Vegetationsverlauf.


Mittlerweile wurde zwischen den Parteien vereinbart, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Laut Amt muss es ein Konzept geben, das Natur, Gewässer und Landwirtschaft berücksichtige. Gezielte Vernässungen lehnen die Landwirte jedoch ab, da hier sonst arrondierte und dringend benötigte Futterflächen verloren gehen. Außerdem handelte es sich um herbe Eingriffe in Eigentums- und Pachtverhältnisse, die zu einer Entwertung der betroffenen Flächen führen. Auch einem Flächentausch mit dem Land stehen sie skeptisch gegenüber. Anderen Landwirten Pachtflächen zu kündigen, um sie gegen vernässte Flächen zu tauschen, sei keine Lösung.


Die Ergebnisse der für September geplanten Gespräche werden mit Spannung erwartet. Eine schriftliche Antwort auf die Entschädigungsforderungen ist immerhin zeitnah angekündigt worden.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr