Land-Frauenverband MV

17.01.2013

 

 

Der Land-Frauenverband Mecklenburg-Vorpommern steht vor einem Neuanfang. Nach dem Rücktritt des bisherigen Vorstands wählte eine außerordentliche Delegiertenkonferenz am vergangenen Sonnabend in Todendorf ein neues Führungsgremium. Zur Vorsitzenden wurde mit 90 % der Delegiertenstimmen Dr. Heike Müller aus dem Kreislandfrauenverein Malchin e. V. gewählt.


Dr. Heike Müller neue Vorsitzende


Dem neuen Vorstand gehören sieben Landfrauen an. Neben Dr. Heike Müller sind dies Heidemarie Becker, Kreislandfrauenverein (KLFV) Bad Doberan, Birgit Kraus, KLFV Ludwigslust, Bettina Krämer, KLFV Malchin, Ulrike Legde und Claudia Nielsen-Rosenkranz, KLFV Mecklenburg-Strelitz sowie Marion Wendt, KLFV Demmin. Zur ersten stellvertretenden Vorsitzenden wurde Heidemarie Becker bestimmt, die den Land-Frauenverband Mecklenburg-Vorpommern von 2002 bis 2010 als Vorsitzende geführt hatte.

Die außerordentliche Delegiertenkonferenz war auf Antrag von 14 Verbandsmitgliedern, darunter fünf Kreisvorsitzende, nach § 6 Absatz 2 der Verbandssatzung einberufen worden. Danach ist eine außerordentliche Delegiertenversammlung unter anderem dann anzuberaumen, „wenn es das Interesse des Verbandes erfordert“. Der bisherige Vorstand unter der Vorsitzenden Angela Peters, KLFV Malchin, folgte dem Antrag. Die Delegiertenkonferenz am vergangenen Samstag hatte  zwei wichtige Tagesordnungspunkte: den Antrag auf Rücktritt des bisherigen Vorstandes und die Wahl des  neuen Verbandsvorstandes.

Notwendig geworden waren die außerordentliche Delegiertenversammlung und die Neuwahl des Vorstandes, weil das  Vertrauen vieler Verbandsmitglieder in den Kreisvereinen in den Landesvorstand nicht mehr gegeben war. „Der bisherige Vorstand hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und sehr viel Zeit ins Ehrenamt investiert. Das verdient unseren Respekt“, betonte die neugewählte Vorsitzende Heike Müller nach der Delegiertenkonferenz gegenüber der BauernZeitung. Allerdings hätte es zwischen Vorstand und Verbandsgeschäftsstelle in Neubrandenburg eine Vertrauenskrise gegeben. „Weil die Kreisvereine meist über die Geschäftsstelle mit Informationen versorgt werden, kam die innerverbandliche Kommunikation erheblich ins Stocken“, so Müller.


Signale von Mitgliedern


Alle Versuche, das Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand und Geschäftsstelle wiederherzustellen, die Probleme zu klären und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren, hätten sich als nicht erfolgreich erwiesen. Signale, dass sich Unzufriedenheit bei den Mitgliedern breitmache, habe es in den vergangenen Monaten mehrere gegeben. So hatte Hannelore Barthel aus Mecklenburg-Strelitz in einem Beitrag für das Verbandsblatt „Frugenslüd“ Kritik an der Arbeit des Vorstandes geäußert. Die langjährige Vorsitzende Heidemarie Becker war aus dem Vorstand zurückgetreten. Der Versuch, auf der Klausurtagung im November das Verhältnis zwischen Vorstand und Geschäftsstelle zu entspannen, misslang. Zwei von drei langjährigen Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle, darunter  die Geschäftsführerin, sind mittlerweile nicht mehr für den Verband tätig. Das Ausscheiden der Buchhalterin zum Jahresende war der Anlass, den Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Delegiertenkonferenz zu stellen, so Müller.

Der scheidende Vorstand hatte in einer Erklärung  vor der Konferenz  von einer Tendenz zur „Verselbstständigung der Geschäftsstelle“ gesprochen. Der Vorwurf, der Vorstand habe eigenmächtig ohne die Mitwirkung der Geschäftsstelle gehandelt, wurde in der Erklärung zurückgewiesen.

Dem neugewählten Vorstand gehören mit Heidemarie Becker, Birgit Kraus und Ulrike Legde drei Landfrauen an, die auch schon Mitglied im scheidenden Vorstand waren. Alle drei haben sich von der Arbeitsweise des alten Vorstandes distanziert, der die Verantwortung für das zerrüttete Vertrauensverhältnis zwischen dem alten Vorstand und den früheren Mitarbeitern des Geschäftsstelle allein bei letzteren sah.

„Der Organismus Landfrauenverband hat nicht mehr richtig funktioniert, weil der Kopf und das Herz nicht mehr abgestimmt waren und weil auch die Basis darunter zu leiden begonnen hatte“, analysierte die neue Verbandsvorsitzende Heike Müller die Situation. So etwas könne passieren, allerdings müsse man daraus lernen. „Wir Landfrauen sind zumeist gestandene Frauen, unsere Lebensläufe verlaufen mal mehr und mal weniger geradlinig. Der Verband sind wir alle, jedes Mitglied ist uns wichtig!“, betonte Müller. Landfrauen eine die Freude am Landleben, an den Dörfern und Gärten, an kreativer Arbeit, an Backen, Kochen und Hand­arbeit, an ländlicher Tradition und der Gestaltung des dörf­lichen Umfeldes. Dazu gehöre auch der Spass bei den Veranstaltungen. „Genau der ist zuletzt zu kurz gekommen“, bedauerte die neugewählte Vor­sitzende in Todendorf. Heike Müller will sich zunächst dafür

einsetzen, dass Vertrauen und Transparenz wieder die Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Geschäftsstelle, Kreis- und Ortsvereinen prägen, wie dies viele Jahre lang der Fall war. BZ


 

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