Konzept zur Minderung diffuser Nährstoffeinträge

24.06.2016

Drainage © Archiv

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat in Schwerin das aktuelle „Konzept zur Minderung diffuser Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Oberflächengewässer und das Grundwasser“ vorgestellt. Das Papier ist eine Fortschreibung des 2011 erstmals veröffentlichten Konzepts. Darin eingeflossen sind  Erkenntnisse und Erfahrungen aus den vergangenen fünf Jahren. Zugleich wurde es an aktuelle fachliche und rechtliche Rahmenbedingungen angepasst.


Mit dem Konzept ist ein Maßnahmenkatalog formuliert, um die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zur Minderung der diffusen Nährstoffeinträge umsetzen zu können. In 19 Pilotgebieten mit relativ hohen Nährstoffbelastungen der Gewässer wurden die Nährstoffbilanzen von rund 800 Betrieben ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für Maßnahmen zur Minimierung der Einträge. Seit 2010 wurden rund 3 000 Beratungen, Fachvorträge und Regionalveranstaltungen durchgeführt. „Trotz nachweislicher Erfolge im Gewässerschutz bedarf es weiter ergänzender Maßnahmen, die auf eine hohe Akzeptanz und Kooperation der Landwirtschaftsbetriebe stoßen“, betonte Backhaus.


Das Konzept enthält 36 Maßnahmen, die in enger Zusammenarbeit der Wasserwirtschafts- und Agrarverwaltung mit Landwirtschaftsbetrieben umgesetzt werden sollen. Es formuliert nicht nur praktische Anwendungen wie z. B. das Anlegen von Gewässerrandstreifen oder die Nutzung austragsmindernder Produktionstechniken, sondern auch konzeptionelle Maßnahmen, so wissenschaftliche Untersuchungen, Analysen, Forschungsarbeiten und Beratungen.


Einen Schwerpunkt des Konzepts bildet der Grundwasserschutz, da 85 % des Trinkwassers in MV aus dem Grundwasser gewonnen werden. So soll das Grundwassermessstellennetz weiterentwickelt werden, um beispielsweise die Ursachenanalyse bei Grundwasserbelastungen zu verbessern. Einen wesentlichen Beitrag zur Minderung diffuser Nährstoffeinträge leistet auch in den nächsten Jahren die Beratung der Landwirte.


Gewässerschutz erfordere Geduld, Wasser habe ein langes Gedächtnis. „Den Zustand der heutigen Gewässer haben Generationen vor uns zu verantworten. Und die Früchte unserer Arbeit werden auch erst Generationen nach uns ernten“, so Backhaus.


Während der Konzeptvorstellung in Schwerin überreichte der Minister einen Fördermittelbescheid über 650 000 € an die LMS Agrarberatung. In Partnerschaft mit der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock und dem Landwirtschaftsbetrieb Müller&Mundt GbR aus Lüdershagen, Landkreis Rostock, setzt die LMS ein Forschungsvorhaben aus dem Konzept um. Ziel ist, durch wasserbauliche bzw. acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen den Nährstoffaustrag aus künstlich entwässerten Flächen zu reduzieren. Backhaus erhofft sich von dem Projekt Impulse für andere Landwirtschaftsbetriebe. „Es ist möglich, Gewässer zu schützen und dabei den Anforderungen an eine nachhaltige wettbewerbsfähige Landwirtschaft gerecht zu werden“, zeigte sich der Minister überzeugt.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr