Junger Ochse Opfer einer Wolfsattacke

18.08.2017

© Nicole Gottschall

Erneut wurde in der Niendorfer Landerzeuger GmbH vorige Woche ein von einem Wolf angefallenes Rind aufgefunden.

Zum wiederholten Male ist es im Kreis Ludwigslust-Parchim zu einem Wolfsriss gekommen. „Dies ist der zweite Riss in einer Rinderherde der Niendorfer Landerzeuger GmbH“, erklärte Nicole Gottschall, Geschäftsführerin des Bauernverbandes (BV) Ludwigslust. Im vergangenen Herbst wurde bereits eine Färse auf einer benachbarten Weide von einem Wolf schwer verletzt. Auch dieser Riss wurde von Gutachter und Agrarministerium bestätigt.


Am 9. August fand ein Mitarbeiter der Niendorfer Landerzeuger GmbH den gerissenen Ochsen während der morgendlichen Weidekontrolle. Die Weide mit 105 Ochsen im Alter von 8 bis 16 Monaten befindet sich nahe der Ortschaft Schlesin. Für die Mitarbeiter des Landwirtschaftsbetriebes, Jäger und Förster aus der Region, sowie für die Geschäftsführerin des BV Ludwigslust handelt es sich eindeutig um einen Wolfsriss. Die erste Einschätzung des Rissgutachters bestätigt diese Meinung. Sowohl die Verletzungen des Tieres als auch die Schleifspuren auf der Weide zeigen, dass der ca. 400 bis 500 kg schwere Ochse sehr wahrscheinlich von einem Wolf oder mehreren Wölfen angegriffen wurde.


Zur weiteren veterinärpathologischen Untersuchung wurde der Ochse in das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei gebracht. Zudem nahm der Rissgutachter Proben für eine genetische Untersuchung. Laut Ministerium kann der Landwirtschaftsbetrieb aus der Förderrichtlinie Wolf Kompensationszahlungen für das tote Rind erhalten.


Dr. Manfred Leberecht, Vizepräsident des Landesbauernverbandes, ist frustriert. „Es ist der zweite Übergriff auf eine Rinderherde in dieser Region. Das ansässige Wolfsrudel scheint gelernt zu haben, dass auch unsere großen Nutztieren eine leichte Beute sind. Die Prävention vor Wolfsübergriffen muss dringend intensiviert und der Managementplan Wolf überarbeitet werden“, erklärte Dr. Leberecht.


Er verwies weiterhin auf das Positionspapier der Weidetierhaltenden Verbände zum Wolf. Dessen Präsenz dürfe nicht über das Sicherheitsbedürfnis von Mensch und Nutztier gestellt werden. Notwendig seien u. a. eine bundeseinheitliche Entnahmestrategie von „verhaltensauffälligen Problemwölfen“ sowie die Regelung von unkalkulierbaren Schäden, wie z. B. nach Panikfluchten.


„Die gemeldeten zunehmenden Übergriffe zeigen eindeutig, dass schnelles Handeln der Politik geboten ist, um die Weidetierhaltung im Land gewährleisten zu können. Wir benötigen die klare Festlegung eines „Akzeptanzkorridors“ für die Wolfsbestände und wirksame Instrumente der Regulierung und Prävention“, betonte Vizepräsident Leberecht.

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