Jahrespressekonferenz

28.12.2017

Till Backhaus © Gerd Rinas

Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern können „zu 99 Prozent“ bis zum 28. Dezember mit der Über­weisung ihrer Direktzahlungen rechnen. In den Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt werde „mit Hochdruck, bis hin zu Wochenendeinsätzen“ an der Auszahlung der 356 Mio. € gearbeitet, versicherte Agrarminister Till Backhaus auf seiner Jahrespressekonferenz in Schwerin.

 

„Stürmisches Jahr“


Nach Backhaus‘ Einschätzung hätten die Landwirte sowohl meteorologisch als auch agrarpolitisch ein „stürmisches Jahr“ hinter sich. Fielen sonst im Mittel 580 mm Niederschlag, waren es diesmal knapp 800, regional über 1 000 mm. Der Getreideertrag von durchschnittlich 72,8 dt/ha erreichte zwar das langjährige Mittel. Die Preise für Getreide blieben aber hinter dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre zurück. 29,7 dt/ha bei Winterraps seien trotz höherer Preise als in den Vorjahren „eine Tragödie“. Weil Felder wegen der Nässe nicht befahrbar sind, stehen noch etwa 1 000 ha Mais auf dem Acker. Auch Kartoffeln konnten nicht vollständig geerntet werden. „Unterm Strich haben die Landwirte das Beste aus den widrigen Verhältnissen gemacht“, so Backhaus.


Während der Milchpreiskrise gaben zwölf Prozent der Milchviehhalter die Milchproduktion auf. 9 300 Milchkühe wechselten den Besitzer, zum Teil außer Landes. Nach den relativ guten Auszahlungspreisen in den vergangenen Monaten mehrten sich nun die Anzeichen für einen Preisrückgang. Backhaus warnte vor einem erneuten Preisverfall bei unvermindert hoher Milchanlieferung in der EU.


Zufrieden zeigte sich der ­Minister mit den Ergebnissen der Agrarinvestitionsförderung. 2017 wurden 114 Vorhaben mit Zuschüssen von 8,3 Mio. € bewilligt. Damit wurden Investitionen von rund 30 Mio. Euro ermöglicht. Sehr gut angenommen ­worden sei die Förderung von Maschinen, die Emissionen beim Ausbringen von Wirtschafts­düngern bzw. Umweltbelastungen beim Anwenden von Pflanzenschutzmitteln deutlich minderten. Ab 2018 sollen außerdem Verfahren zur mechanischen Unkrautbekämpfung gefördert werden. Für das erste Quartal 2018 kündigte Backhaus ein kostenfreies Programm zur Düngebedarfsermittlung an, das von der LMS/LUFA und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei erarbeitet wird. In der Debatte um che­mische  Pflanzenschutzmittel unterstrich Backhaus, dass dies Medikamente seien, die dazu dienten, Pflanzen gesund zu erhalten. „Sie sind auch in Zukunft nötig.“ Allerdings stünden sie „am Ende der Kette“; vorher gelte es, alle anderen Maßnahmen auszureizen.

 

Bäuerliches Eigentum


Beim Bundesumweltministerium mahnte er eine rasche Klärung des Begriffs „verhaltensauffälliger Wolf“ an. Die Zahl der Wolfsrisse sei 2017 „massiv nach oben“ gegangen. Es wurden 27 Vorfälle mit 65 toten und 20 verletzten Weidetieren registriert. In zehn Fällen mit 32 getöteten und 13 verletzten Tieren sei der Herden-Grundschutz mangelhaft gewesen oder fehlte.


Mit Blick auf seine Initiative für ein Agrarstrukturgesetz sagte Backhaus auf Nachfrage der BauernZeitung, dass in die Gespräche mit dem Landesbauernverband „Bewegung“ gekommen sei. Ihm gehe es darum, breitgestreutes bäuerliches Eigentum zu sichern. In der Konzentration von Bodeneigentum in wenigen Händen „von Leuten, die hier nicht ansässig sind, sehe ich ein Pro­blem“, so der Minister.

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