Internationale Grüne Woche

24.01.2013

 

 

Berlin. Bitte, probieren Sie!“ Der delikate Schinken und die herzhafte Mettwurst, die Marco Matuschak Besuchern zum Verkosten herüberreicht, lassen keine Wünsche offen. Am vergangenen Sonnabend präsentierte der junge Mann auf der Grünen Woche in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle 5.2b erstmals Produkte aus seinem Bio-Betrieb mit 250 Mutterkühen bei Ruschvitz auf Rügen. „Wir sind ein junges Unternehmen. Die Gelegenheit, hier auf dem Gemeinschaftsstand des Landkreises Vorpommern-Rügen unseren Betrieb und die Erzeugnisse bekannt zu machen, wollten wir uns nicht entgehen lassen“, sagt Matuschak. Er ist einer von 18 Ausstellern unter dem Dach des Gemeinschaftsstandes. „Davon sind 13 Produzenten“, betont Frank Soßnowski, Vorsitzender des Rügen Produkte Vereins, der im Auftrag des Landkreises sowohl den Gemeinschaftsstand als auch das Bühnenprogramm  des Landkreises Vorpommern-Rügen an diesem Ländertag vorbereitet hat.

 

Dass Landwirte, Ernährungsfirmen und Touristiker hier in der Halle mit von der Partie sind, ihre Angebote „Arm in Arm“ vermarkten, liegt für Frank Soßnowski in der Natur der Sache. „Wir wollen die künftigen Rügenbesucher hier abholen. Wer auf die Insel kommt, braucht ein Bett, zu essen, zu trinken und Kultur. Da liegt es doch nahe,  ein Angebot  aus einer Hand zu machen.“ An diesem Sonnabendvormittag ist die Mecklenburg-Vorpommern-Halle schon dicht gefüllt, die Sitzplätze vor der Bühne sind vergeben, die Stimmung ist gut. Vier von sechs Landkreisen sind mit Gemeinschaftsständen vertreten. Ludwigslust-Parchim unterstützt einzelne Aussteller, lediglich der Landkreis Rostock beteiligt sich nicht.

 

„Der Gemeinschaftsstand ist für mich wegen der geringeren Kosten die einzige Chance, meine Firma hier vorzustellen“, erläutert Jana Schäfer aus Luplow, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Sie betreibt unter dem Namen „Luplower Kräutersalat“ eine Gärtnerei, einen 1 400 m2 großen Kräutergarten und einen Cateringservice. Ihre Büffets mit frischen Kräutern finden  schon Kunden in Berlin. Gerade hat Jana Schäfer die Winteredition von „Rezepten aus der Luplower Kräuterküche“ veröffentlicht.


Internationales Duo


Ebenfalls erstmals in der Länderhalle vertreten ist das internationale Duo Axel Hanf und Peter Noack. Der eine ist Vertriebsleiter der Firma „Belgian Chocolate Design“ aus dem wallonischen Schönberg, der andere Restaurantbetreiber in Loddin auf Usedom. Zusammengeführt hat sie  die Partnerschaft der Regionen Ostvorpommern und Wallonien. Auf dem Gemeinschaftsstand des neuen Landkreises   Vorpommern - Greifswald stellen sie  feinste belgische Pralinen mit Usedomer Sanddorn vor. „Die Leute sind erstaunt, das Interesse ist groß“, berichtet Axel Hanf, der schon Senf-, Ziegenkäse- und Wildleber-Pastete-Pralinen erfolgreich vermarktet und dies nun auch mit den Sanddornkreationen vorhat.


Drei Jahre lang hat die Neubrandenburger Prolupin GmbH das Eiweiß aus der Blauen Süßlupine erforscht und dabei das Potenzial der Pflanze  als gesunden Rohstoff für die Lebensmittelproduktion entdeckt. „Mit 15  Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten wir seit drei Jahren in unserem Forschungsprojekt zusammen. Wir haben Anbauverträge auf 1 000 ha mit garantierten Abnahmepreisen abgeschlossen. Nun versuchen wir, mit Unterstützung des Julius-Kühn-Instituts in Groß Lüsewitz und der Saatzucht Steinach den Ertrag anthraknosefreier Sorten zu stabilisieren“, berichtet Katrin Petersen von Prolupin.


Lupineneis und -wurst


In der Länderhalle bietet die Firma ein wohlschmeckendes Lupineneis ohne tierisches Protein an, Diätprodukte, die cholesterinsenkende Wirkung entfalten, sowie Wurst mit Lupinen-Eiweiß statt tierischem Fett, die gemeinsam mit der Greifswalder Firma Greifen-Fleisch entwickelt wurde. „Wir haben Leberwurst, Lyoner und und Würstchen mit Lupinen-Eiweiß mitgebracht. Die Leberwurst ist auf zehn Prozent fettreduziert, schmeckt aber wie normale Leberwurst“, berichtet Greifenfleisch-Geschäftsführer Walter Kienast, der sehr gespannt ist, wie die Besucher in den nächsten Tagen auf die neuen Produkte reagieren werden. BZ

  


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