Innovatives Wildfruchtprojekt

12.07.2016

© LMS

Auftakt: Till Backhaus (3. v. r.) und Berthold Majerus (r.) übergeben die Wildfruchtversuchspflanzung ihrer Bestimmung.

Mit Geld aus dem neuen EU-Programm der „Europäischen Innovationspartnerschaft für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP-Agri)“ sollen für den Obstbau im Land neue Perspektiven erschlossen werden. Ziel ist es, eine Schnittstelle zwischen landwirtschaftlicher Praxis, Wissenschaft und Beratung zu schaffen, um den schnellen Wissenstransfer zu fördern. Die Sanddorn Storchennest GmbH, Ludwigslust, größter Sanddornproduzent Deutschlands, das Marketingunternehmen Baltic Consulting, Stäbelow, die Hochschule Neubrandenburg und die LMS Agrarberatung GmbH, Rostock, als Lead-Partner, haben sich zusammengeschlossen, um neue Wildfruchtarten für den kommerziellen Anbau nutzbar zu machen.


Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus übergab in Ludwigslust den Förderbescheid für ein aus EU- und Landesmitteln finanziertes Projekt zur „Optimierung und Erweiterung des Produktions- und Verwertungspotenzials heimischer Wildobstarten“ an Berthold Majerus, Geschäftsführer der LMS. Konkret soll der Anbau der Wildfrüchte Fruchtrosen, Apfelbeere und Scheinquitte etabliert werden. Weiter soll die Verwertung von gesundheitlich positiv wirkenden Inhaltsstoffen bis hin zur Vermarktung von Wildfruchtprodukten optimiert werden.


Dazu war in den vergangenen Monaten im Betrieb Sanddorn Storchennest eine rund 7 000 m2 große Exaktversuchs- und Demonstrationspflanzung angelegt worden. Neben den neuen Wildfruchtarten werden in dem Projekt auch Fragestellungen zur Optimierung des in Ludwigslust schon seit Jahren etablierten Produktionsverfahrens von Kultur-sanddorn bearbeitet.


Storchennest-Geschäftsführerin Silvia Hinrichs erhofft sich für ihren Betrieb zur Streuung des Anbaurisikos eine Erweiterung des obstbaulichen Kulturspektrums. Sie verwies darauf, dass die Ertragssicherheit des Sanddorns in manchen Jahren aufgrund von Spätfrösten starken Schwankungen unterliegt. Projektkoordination und wissenschaftliche Bearbeitung auf dem Versuchsfeld liegen bei  der LMS. Die Analytik wertgebender Inhaltsstoffe und erste Schritte zur Entwicklung neuer Produkte werden Aufgabe der Lebensmitteltechnologen an der Hochschule Neubrandenburg sein. Sie wollen u. a. wertgebende Inhaltsstoffe durch schonende technologische Verfahren erhalten. Als Rohstoffe für die Verarbeitung sollen nicht nur die Früchte der genannten Wildfruchtarten dienen, sondern weitere Pflanzenteile wie Rinde und Blätter oder auch „Reststoffe“ aus der Verarbeitung. Ulrich Zinser, Geschäftsführer von Baltic Consulting, ist für Marktanalyse und Erschließung von Absatzmärkten zuständig und wird darüber hinaus Grundlagen für die Produktentwicklung schaffen.


Die Laufzeit dieses innovativen Projekts ist zunächst auf drei­einhalb Jahre begrenzt. Den vier Projektpartnern stehen dafür 982 000 € zur Verfügung. Nicht nur die Projektpartner, sondern auch der gesamte Erwerbsobstbau und die Nahrungsgüterwirtschaft des Landes können von der Erweiterung des Anbauportfolios profitieren. Nur durch neue pflanzliche Rohstoffe kann das Angebot an hochwertigen Nahrungs- und Genussmitteln aus der Region weiter ausgebaut werden.

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