Hoffen auf steigende Preise

20.08.2015

Weizenernte © Sabine Rübensaat

GGAB Groß Grenz GmbH, Landkreis Rostock, Dr. Kathrin Naumann, Geschäftsführerin

Wir sind am vorigen Sonntag nach 37 Erntetagen fertig geworden. Der Verlauf nach dem Start am 10. Juli war relativ zügig, Witterung und Technik spielten mit. Ein Schneidwerksschaden hielt uns vier Stunden auf, ansonsten sind wir gut durchgekommen. Die Erträge sind überraschend gut, liegen bei Gerste mit 91 dt/ha über dem langjährigen Mittel (80 dt/ha), ebenso bei Weizen mit etwa 81 dt/ha (Mittel: 82 dt/ha). Bei Raps läuft es mit etwa 38 dt/ha auf ein durchschnittliches Ergebnis hinaus. Roggen und Erbsen brachten 69 (Mittel: 73 dt/ha) bzw. 43 dt/ha. Alle Früchte wurden relativ trocken gedroschen. Der Ölgehalt beim Raps ist mit 43 % hoch. Proteingehalt und Hektolitergewichte im Weizen sind in Ordnung.  Von der Gerste haben wir den Großteil für die Fütterung eingelagert. 50 % des A-Weizens sind verkauft, 50 % B-Weizen werden als Futterweizen ebenfalls eingelagert. Vom Raps sind ein Drittel über Vorkontrakte und ein Drittel aus der Ernte verkauft worden. Ein Drittel der Ernte lagert beim Landhändler. Das kostet zwar Geld, aber wir setzen auf steigende Preise. Roggen und Erbsen gehen komplett in die Schweinefütterung.

Agrargenossenschaft Bartelshagen I, Kuhlrade, Vorpommern-Rügen, Wilfried Lenschow, Vorstandsvorsitzender

Bis heute (Montag) haben wir 65 % der Ernte eingefahren, wobei vorige Woche wegen des Regens so gut wie gar nichts ging. Anfang August fingen wir an, Raps zu dreschen, merkten aber, dass die Kultur noch nicht reif ist. Wir haben dann die Mähdrescher in Brotweizen, -roggen und Vermehrungsgras umgesetzt. Bei guter Witterung brauchen wir im Getreide noch zwei Druschtage. Dann warten noch 500 ha Raps. Wenn es gut geht, sind wir am Montag durch, von 50 ha Lupinen abgesehen, die noch nicht reif sind. Dafür brauchen wir noch einmal einen halben Tag. Die Erträge bei Weizen und Roggen liegen deutlich über dem langjährigen Mittel von 78 bzw. 75 dt/ha. Beim Raps zeichnen sich erhebliche Einbußen durch Rapserdfloh und Kohlhernie ab. Wir werden den Durchschnittsertrag der letzten fünf Jahre, 42 dt/ha, nicht er­reichen. Wir haben das erste Mal die Rapsernte unterbrochen. Das ist uns nicht leicht gefallen, es hat Herzklopfen verursacht. Wir hoffen aber, nun auch die unteren, zuletzt abreifenden dicken Schoten zu erwischen und auf einen hohen Ölgehalt. Protein und Fallzahlen beim Weizen stimmen, bei Roggen gibt es bei einzelnen Sorten Probleme mit Mutterkorn. 20 % der Druschfrüchte sind über Vorkontrakte zu 18,50 €/dt Weizen und 37 €/dt Raps ­verkauft, den Rest, maximal 10 000 t, lagern wir ein. Aus heutiger Sicht wäre es gut gewesen, mehr über Vorkontrakte zu vermarkten. Aber wer weiß das vorher?

Landwirtschaftsbetrieb Skau, Wackerow, Mecklenburgische Seenplatte, Malte Skau

Von rund 820 ha Druschfläche sind zu Wochenbeginn noch 200 ha Weizen übrig. Wir haben am 1. August, eine Woche später als sonst, mit der Ernte begonnen. Mittlerweile ist abzusehen, dass es mit der Rapsaussaat eng wird. Wir werden ­voraussichtlich ab dem Wochenende zeitgleich Weizen ernten und Raps drillen. Der Ernteverlauf war bisher relativ entspannt, von der Gerste mussten nur 2 % in die Trocknung, den Raps haben wir komplett trocken geerntet, vom Weizen 80 %. Die Erträge aller Druschfrüchte sind überraschend hoch. Vor allem bei Raps hatten wir ohne gebeiztes Saatgut größere Einbußen befürchtet. Der Weizen brachte etwas weniger als 2014, bei Gerste und Raps sind die Erträge überragend. Die Qualitäten beim Weizen sind durchwachsen, bei Raps und Gerste gut. Über Vorkontrakte haben wir nur wenig verkauft, Raps etwa 20 % und Winterweizen unter 10 % der Ernte. Die Gerste geht komplett ex Ernte für 15,60 €/dt weg. Das übrige Korn wird in Hallen eingelagert.

Gut Groß Voigtshagen, Nordwestmecklenburg, Axel Böttcher, Betriebsleiter

Bei uns sind noch 45 % der Weizen- und 20 % der Rapsfläche zu dreschen. Beim Weizen werden wir einen Ertrag über dem Schnitt haben, bei Stoppelweizen ernten wir wohl dreistellig. Trockenheit und Hitze führten aber teilweise zu geringen Fallzahlen. Vom Raps sind wir etwas enttäuscht. Voraussichtlich 43 bis 44 dt/ha bleiben unter dem langjährigen Mittel (46 dt/ha). Beizverbot, Trockenheit im Frühjahr und Massen­befall von Kohl­schotenrüsslern wirken sich negativ aus. Viele Pflanzen hatten keine Pfahlwurzeln ausgebildet. Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, wie der Raps das alles noch kompensiert hat.

 

Landwirtschaftsbetrieb Michael Pahlow, Zülow, Ludwigslust-Parchim

Seitdem Frau Merkel und Herr Putin sich zanken, haben wir im August kein Osteuropa-Hoch mehr, das  kontinentale Warmluft bringt, damit die Bauern vierzehn Tage durchdreschen können, sondern französische schwülwarme Mittelmeerluft und alle drei Tage Gewitter. 120 mm im Juli und 60 mm bisher im August. Auf 25 % der Druschfläche steht das Korn (zu Wochenbeginn) noch auf dem Halm. Die Erträge auf den abgeernteten Flächen bei Wintergerste, Raps, Winterweizen, Roggen und Sommergerste sind durchschnittlich. Bei frühreifem Weizen sind nach dem Regen die Fallzahlen abgerutscht. Ein Drittel der Ernte ist nur Futtergetreide. Die verspätete Mahd schiebt die Rapsaussaat nach hinten. Um parallel zu ernten und Raps zu bestellen, die Stoppel zu bearbeiten und Kalk zu streuen, fehlt uns die Schlagkraft. Wir sind froh, wenn wir diese Woche abdreschen können. Aber vielleicht ist es mit Blick auf Kohlfliege und Rapserdfloh gar nicht so schlecht, erst Ende August mit der Rapsaussaat zu beginnen.

GbR Reim, Sperling, Gühlke, Thomas Reim, Schwennenz, Vorpommern-Greifswald

Wir haben eine gute Ernte eingefahren, das Niveau von 2014 aber nicht erreicht. Auf früh bestellten Weizenflächen haben wir erstmals bis zu 30 % Verlust durch das Gelbverzwergungsvirus hinnehmen müssen. Durchschnittlich 72 dt/ha sind für unsere leichten Böden aber noch ordentlich. Das gilt auch für das Ergebnis bei Winterraps mit rund 40 dt/ha. Ohne gebeiztes Saatgut hatten wir mit größeren Einbußen gerechnet. Allerdings ernteten wir 2014 bei besseren Witterungsbedingungen im Frühjahr an die 50 dt/ha. Der Roggen brachte auf den magersten Standorten 65 dt/ha. Mit etwa 80 dt/ha Wintergerste sind wir sehr zufrieden, der Ertrag entspricht dem Ergebnis von 2014. Die Qualität der Druschfrüchte ist gut. Wir haben die gesamte Ernte eingelagert und hoffen nun auf steigende Preise.

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