Grüne Woche 2018: Ländertag

24.01.2018

© Gerd Rinas

Testmarkt Länderhalle: Franziska Schattke (r.) von der LunchVegaz GmbH freut sich, dass den Kunden das „Chili sin Carne“ mit Rohstoffen aus der Region schmeckt.

Am Stand der Vorpommerschen GenussManufaktur in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle 5.2b drängen sich die Besucher. Mitarbeiterin Elisa Rakow ist in ihrem Element. Immer wieder erklärt die junge Frau die Produkte in den Gläsern, die in den Auslagen aufgetürmt sind: Apfel-Kürbis-Aufstrich, Rote Zwiebelmarmelade als „Topping“ für Käse, Schinken und kurzgebratenes Fleisch. Mehr als alles andere zieht Brot im Gläsern die Blicke auf sich. „Eine verrückte Idee“, findet eine Besucherin.

 

Brot in Gläsern geht weg wie warme Semmeln


Doch das Brot geht weg wie warme Semmeln. „Wir haben lange überlegt, was wir zur Grünen Woche mitnehmen“, sagt Daniel Bense. „Dinkelvollkornbrot ist das Brot des Jahres 2018. Frisches Brot nach Berlin zu bringen, wäre aber sehr aufwendig. Warum nicht als Snack im Glas?“ Bei einem Testverkauf vorigen Herbst war das Brot stark nachgefragt. Auch am ersten Messetag in Berlin gingen in wenigen Stunden etwa 100 Gläser über den Ladentisch.


Seit 2010 betreibt Bense aus Süderholz, Landkreis Vorpommern-Rügen, eine mobile Lohnmosterei. Im Sommer 2016 traf er beim Mosten vor dem Schloss in Griebenow auf Christoph Dragheim. Der junge Bäckermeister verkaufte dort Backwaren mit Rohstoffen aus der Region nach eigenen Rezepturen. „Die Nachfrage hatte sich gut entwickelt, wir waren beide an Kapazitätsgrenzen gestoßen und überlegten, ob wir nicht gemeinsam etwas Neues aufbauen wollten“, berichtet Bense.


Das Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Vernetzung regionaler Potenziale im ökologischen Anbau und der re­gionalen Vermarktung von Obst und Gemüse, das vom Land ­Mecklenburg-Vorpommern mit 200.000 € unterstützt wird, bot dafür zusätzliche Chancen. Der Landkreis Vorpommern-Rügen hatte sich mit einem eigenen Regionalkonzept erfolgreich um die Teilnahme beworben.


Dragheim und Bense gründeten im Sommer 2016 die Vorpommersche GenussManufaktur GbR. Mit finanzieller Unterstützung aus dem Förderprogramm bauten sie das ehemalige Küchengebäude von Schloss Griebenow als Unternehmensstandort aus. Ihre Produkte aus verarbeitetem Obst und Gemüse aus der Region finden sehr guten Absatz. In ihrem Laden bieten sie auch Erzeugnisse anderer Projektpartner, wie der Senfmühle Schlemmin und der Hiddenseer Kutterfisch, an. Beide ­Unternehmen sind ebenfalls auf dem Gemeinschaftsstand von „Land(auf)Schwung“ in der Länderhalle vertreten. „Zu unseren Herbst- und Adventsmärkten kamen 3.000 Besucher, auch aus Stralsund, Greifswald und Grimmen. Für gute Lebensmittel sind die Leute bereit, mal ein Stück weiter zu fahren“, so die Erfahrung von Daniel Bense. Auch nach Ablauf der Förderung 2019 sieht er für die GenussManufaktur sehr gute Chancen.

 

Viele Kundenkontakte und neue Mitarbeiter


Welchen Wert die Präsentation in der Länderhalle auf der Grünen Woche gerade für kleinere Unternehmen haben kann, erfuhren wir am Stand der LunchVegaz GmbH. Das Unternehmen aus Rothenklempenow, Landkreis Vorpommern-Greifswald, präsentierte sich im vorigen Jahr als Start-up zum ersten Mal in der Länderhalle. Es bietet biologische, vegane Fertiggerichte mit Rohstoffen aus der Region an. „Für uns hat die Grüne Woche 2017 einen richtigen Schub gebracht. Wir haben viele Kundenkontakte geknüpft, Mitarbeiter gewonnen, unser Team von fünf auf 13 Leute erweitert und ein Büro in Berlin eröffnet“, berichtet Produktentwicklerin Franziska Schattke. „Eigentlich könnten wir schon wieder Personal einstellen. Aber wir sind ein junges Unternehmen und wollen Schritt für Schritt wachsen“, so die Ökotrophologin.


LunchVegaz nutzt den Messeauftritt erneut als Testmarkt. „Chili sin Carne“ und „Thai Curry“, zwei fleischlose Frischegerichte, sind dieses Mal die Renner am Stand. Das für seine kreativen Mahlzeiten mittlerweile vielfach ausgezeichnete Unternehmen bereitet derzeit Gerichte für eine Fitnesslinie vor. „Natürliche, pflanzliche Produkte liegen im Trend“, so Schattke.

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