GFF: Neue Gesichter und „alte Hasen“

26.06.2014

© Ulrike Hoffmeister

Ehrung für Dr. Dietmar Jahnke (M.): Dekan Prof. Elmar Mohr (li.) und Fördervereinsvorsitzender Dr. Gerhard Rudolphi zeichnen den langjährigen Dozenten mit der Nehring-Medaille aus.

Vorträge aus Wissenschaft und Praxis, ein Rückblick und die Verleihung der Nehring-Medaille waren die Schwerpunkte der Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät (GFF) der Universität Rostock. Dr. Gerhard Rudolphi, Vorsitzender der GFF, und Prof. Dr. Elmar Mohr, Dekan der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät (AUF), begrüßten zahlreiche Absolventen und weitere Interessierte.

Kein „Fachchinesisch“

„Neue Gesichter und neue Forschung“, unter dieser Überschrift stellten Dozenten der AUF ihre Erkenntnisse vor. Streng wissenschaftlich, wie die neue Professorin für Agrarökonomie, Silke Hüttel, oder aufgelockert durch Videos aus dem unbekannten Leben von Unterwasserorganismen, wie durch Dr. Dirk Schories. Die Phosphor-Problematik für Landwirtschaft und Umwelt stellte Prof. Dr. Jens Tränckner in den Mittelpunkt. Agrarstaatssekretär Dr. Peter Sanftleben appellierte am Nachmittag an die Verantwortlichen der Universität, mehr mit der Praxis zu kooperieren.

Highlight war das Referat „Künftige Anforderungen an die Landwirtschaft – Schlussfolgerungen für die Agrarpolitik“, gehalten von Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, Präsident des Johann Heinrich von Thünen-Instituts, Braunschweig. Er sprach klar strukturiert in freier Rede und vermied „Fachchinesisch“. So gelang es ihm, das Auditorium eine Stunde lang zu fesseln und das trotz – oder gerade wegen – des Verzichts auf Powerpoint-Folien.

Politikberater Isermeyer bedauerte, dass es in der Agrarpolitik zu viele Themen, aber zu wenig Ziele gebe und es an Kooperationen auf nationaler (Bund/Länder) und internationaler Ebene mangele. Er widmete sich vier Problemfeldern:

• Nutztierhaltung, insbesondere unter dem Aspekt der öffentlichen Meinung;
• Sinn und Unsinn der Förderung einer „Eiweißstrategie“;
• Aquakultur – in Deutschland genügend beachtet und gefördert?;
• Bioenergie – sinnvolle Förderung und Ausrichtung.

Gestandene Praktiker aus verantwortlichen Positionen in Agrarunternehmen oder Ingenieurbüros dokumentierten, welche Möglichkeiten ein Agrarstudium an der Uni Rostock eröffnet.

Dr. Petra Maier, viele Jahre Dozentin am Institut für Agrarökonomie und Verfahrenstechnik, widmete sich der Geschichte des Fördervereins. Anliegen sind die Unterstützung von Lehre und Forschung, Kooperation und Vernetzungen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Institutionen des öffentlichen Lebens und die Unterstützung des Zusammenhalts an der AUF.

In guter Gesellschaft

Abschließender Höhepunkt war die Verleihung der Nehring-Medaille an Dietmar Jahnke. Die besonderen Leistungen des Geehrten beschrieb Gerhard Rudolphi: Der promovierte Dozent hat mehr als 30 Jahre Betriebslehre an der Agrarfakultät gelehrt, über 100 wissenschaftliche Arbeiten verfasst und sich nach der Wende beim Aufbau des Instituts für Agrarökonomie und Verfahrenstechnik engagiert. Auch als langjähriger Geschäftsführer der GFF habe Jahnke sich große Verdienste erworben. Als Nehring-Preisträger befindet er sich in guter Gesellschaft, wie die Übersicht der bisher geehrten Professoren zeigt.

Hintergrund: Nehring-Medaille
Mit der Nehring-Medaille werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich außerordentlich für die Entwicklung von Lehre und Forschung an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock eingesetzt haben. Die Medaille wurde von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der AUF erstmals 2001 vergeben. Bisher wurden geehrt:

2001: Prof. Dr. Martin Gabel
2002: Prof. Dr. Hartmut Eckstädt
2005: Prof. Dr. Ottfried Weiher; Prof. Dr. Gerhard Jannermann
2008: Prof. Dr. Carl Thümecke
2013: Prof. Dr. Fritz Tack                 


Dr. Ulrike Hoffmeister

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