„Gespräch am Feldrand“

15.05.2018

© BV MV, Ann-Kristin Hanell

Landwirt Christian Ringenberg zeigt den Pressevertretern Fraßschäden an Rapswurzeln.

Das „Stallgespräch“ hatte sich in den vergangenen Jahren bereits als erfolgreiches Informations-Format etabliert, bei dem der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. die Landespresse in verschiedene Betriebe eingeladen hat, um tiefer in Themen wie die Tiergesundheit einsteigen zu können und es Journalisten damit zu ermöglichen, bestimmte Debatten besser einordnen zu können.

 

Gespräch am Feldrand in Vorpommern


Dieses Format wurde kürzlich als „Gespräch am Feldrand“ fortgesetzt. Aufgrund der aktuellen Debatten um Einschränkungen bei Glyphosat und Neonikotinoiden und der Vielzahl an Gemeinden, die auf eigenen Pachtflächen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einschränken wollen, haben moderne Pflanzenschutzmittel derzeit eine hohe Relevanz für Me­dien. Das zeigte sich dann auch an den Teilnehmern: Mit NDR 1 Hörfunk, Deutscher Presse-Agentur, „Schweriner Volkszeitung“ und „Nordkurier“ war fast die ganze Medienlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zugegen. Die Ostsee-Zeitung hatte sich kurzfristig entschuldigt, weil die Reporter der Zeitung an diesem Tag streikten.


Am Anfang des Gesprächs auf dem Hof von Landwirt Christian Ringenberg in Alt Negentin, Landkreis Vorpommern-Greifswald, fand eine zweistündige Frage-Antwort-Runde mit dem Herrn des Hauses als Praktiker statt. Ihm standen der Vorsitzende des Bauernverbandes Ostvorpommern, Gerd Rupnow, und der Fachreferent für Pflanzenproduktion beim Bauernverband, Frank Schiffner, zur Seite. Außerdem war Margit Nagel als Leiterin des regionalen Pflanzenschutzdienstes Greifswald mit dabei, um weitere Seiten der Materie beleuchten zu können. Sie zeigte den Journalisten zum Auftakt eine Tüte voller Rapsglanzkäfer und berichtete von Resistenzen, die sich bei dieser Art verschärfen könnten, wenn Landwirten weniger Wirkstoffe zum Pflanzenschutz zur Verfügung stünden.


Vor allem lag ihr aber am Herzen, dass der Verbraucher Vertrauen in die strengen Zulassungswege haben solle.

 

Weniger Wirkstoffe, mehr Resistenzen


Nagel berichtete, dass es immer häufiger Anzeigen beim Pflanzenschutzdienst gebe, vor allem, sobald Stoffe riechbar seien. Ihr Amt müsse den Anzeigen umgehend nachgehen, so die Leiterin.


Christian Ringenberg und Gerd Rupnow beleuchteten das Thema von ihrer Seite als Praktiker: Ohne die Beize müssten sie öfter spritzen. Das sorgte bei den Journalisten für Nachdenklichkeit und einige Fragen und war schließlich auch Tenor der anschließenden Berichterstattung. „Bauern: Mehr Spritztouren durch Verbot des Saatgutbeizens“ titelte die dpa, was thematisch auch von den anderen Blättern ähnlich aufgegriffen wurde.

 

Vorteile der Beize wurden deutlich


Dann folgte eine Feldbegehung zum Raps und den Zuckerrüben. Christian Ringenberg nahm den Spaten zur Hand und grub Rapspflanzen aus, um den Journalisten zu zeigen, dass es Wurzelschäden gibt und wie sie aussehen. Dann durften sie Rapsglanzkäfer suchen und aus den Blüten schütteln. Einen Acker weiter konnte die noch erlaubte Rapsbeize an den Rüben besichtigt werden, was die punkgenauen Vorteile von Beize gegenüber flüssigen Spitzmitteln verdeutlichte.


Das Resümee zum „Gespräch am Feldrand“ ist positiv. Der Einblick in die Praxis mit mehreren Fachexperten zeugt von Transparenz und gibt Reportern die Möglichkeit, etwas tiefer in ein bestimmtes Thema einzutauchen. Außerdem wurde proaktiv und nicht aus einer defensiven Haltung heraus argumentiert. Der DBV wurde auf die Aktion aufmerksam und hat die Beiträge in eigenen Kanälen gestreut, sodass die Artikel der Regionalzeitungen einen breiteren Wirkungskreis als üblich hatten. Man darf gespannt sein, ob der Tag am Feldrand auch eine Langzeitwirkung hat.

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