Geflügelpest: Stallpflicht im ganzen Land

16.11.2016

© Archiv

Ist die Geflügelpest in einem Nutztierbestand festgestellt, ist die sorgfältige Desinfektion oberstes Gebot.

Die Situation ist stabil, kann sich aber mit jedem Verdachtsmoment schlagartig ändern.“ So beschrieb Agrarminister Dr. Till Backhaus zu Wochenbeginn das aktuelle Geflügelpestgeschehen in Mecklenburg-Vorpommern.


Schon am Donnerstag voriger Woche hatte Backhaus ab 14. November landesweit Stallpflicht für Geflügelhaltungen erlassen, nachdem bei 13 Vögeln das hochansteckende Virus H5N8 nachgewiesen worden war. Zuerst war eine infizierte Reiherente auf der Insel Riems bei Greifswald gefunden worden. Später kamen zwölf tote Vögel von der Insel Greifswalder Oie hinzu.

 

Nutztiere infiziert


Am Samstag voriger Woche bestätigte sich in einer Geflügelhaltung in Mesekenhagen, Landkreis  Vorpommern-Greifswald, der erste H5N8-Verdacht in einem Nutztierbestand in MV. 31 Enten und Hühner hatten sich infiziert und waren verendet. Die übrigen der 57 Tiere des Bestandes wurden gekeult.


Ebenfalls am Wochenende wurden ein Mäusebussard aus Um­manz auf Rügen, zwei Mantelmöwen aus Boltenhagen, Ortsteil Tarnewitz, und eine Silbermöwe aus Hohen Viecheln im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) positiv auf das H5-Virus getestet. Die Proben werden im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems auf den Virus-Subtyp N8 feindiagnostiziert, ebenso wie verendete Wildvögel, die in Plau am See gemeldet wurden.


Sollten die Untersuchungen positive Ergebnisse bringen, würden zu den fünf eingerichteten Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten am Nordufer des Schweriner Sees, auf der Greifswalder Oie, der Insel Riems, im Stadtgebiet Rostock und um den Geflügelhof in Mesekenhagen zwei weitere Restriktionsgebiete (Ummanz und Boltenhagen) hinzukommen.


Die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter ermitteln derzeit, welche Tierhaltungen in den betroffenen Gebieten liegen, führen klinische Kontrollen in den Geflügelhaltungen durch und entnehmen Tupferproben zur serologischen und virologischen Untersuchung im LALLF, um Hinweise auf weitere Infektionsherde zu erhalten.

 

In 48 Stunden aufstallen


Mit Einbruch der kalten Jahreszeit nehme das Geflügelpestrisiko zu. „Bei Minusgraden wird das Virus im Boden oder im Eis konserviert und kann dort mehrere Wochen überdauern. Tierhalter müssen in diesen Tagen einen plötzlichen Seuchenausbruch in ihre Abläufe einkalkulieren und zu jeder Zeit in der Lage sein, ihr Geflügel innerhalb von 48 Stunden aufzustallen“, appellierte Minister Backhaus.


Die Geflügelwirtschaft sei ein wichtiger Wirtschaftszweig. Alle sollten deshalb Interesse daran haben, das Seuchengeschehen möglichst schnell zum Erliegen zu bringen. Dazu gehöre, tierische Totfunde abklären zu lassen. „Vogelkadaver, die über längere Zeit unbemerkt herumliegen, sind hochinfektiös und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass der Erreger auf andere Tierarten überspringt.“ Raubwild könnte die Kadaver in Baue und an Ruheplätze bringen und zur Verbreitung des Virus beitragen, warnte Backhaus. Um das Risiko einer Übertragung des Geflügelpestvirus von Wildvögeln auf Hausgeflügel zu minimieren, erteilte der Minister am Montag ein vorübergehendes Jagdverbot für dem Jagdrecht unterliegende Wildvögel.


„Verbraucher können Geflügel nach wie vor bedenkenlos verzehren, auch auf den Weihnachtsbraten muss niemand verzichten“, betonte Backhaus. Tierhalter und Verbraucher sind allerdings verunsichert. Beim Informationstelefon des Agrarministeriums gingen am vergangenen Samstag und Sonntag jeweils bis zu 50 Anrufe ein.

 

Antworten auf die häufigsten Fragen unter: http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Verbraucherschutz/Lebensmittelsicherheit-Veterinaerwesen/Tiergesundheit-Tierseuchenbekaempfung/Gefluegelpest

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