GAP-Greening-Rechner: Kalkulationshilfe

23.09.2014

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Nach dem „Abschmelzen“ der Tierprämien von 2009 bis 2012 wird jetzt der Wert der Zahlungsansprüche EU-weit angepasst, was die Prämie für Betriebe in Deutschland mindert. Daneben sind die EU-Mitgliedstaaten wieder verpflichtet, Haushaltsdisziplin und nationale Reserven einzuhalten, weshalb sich die endgültige Höhe der Prämien erst im Antragsjahr bestimmen lässt; aufgrund bisheriger Erfahrungen sind jedoch keine wesentlichen Abweichungen zu erwarten.

Höhere Auflagen bedeuten, neben Organisationsaufwand, dass Betriebe ihr Produktionsprogramm umstellen müssen, falls die Kriterien „Anbaudiversifizierung“ und „Flächennutzung im Umweltinteresse“ nicht erfüllt werden. Damit gehen in der Regel entsprechende Deckungsbeiträge verloren, die aber in ihrer tatsächlichen Höhe von Preisen, Erträgen und dem Produktionsverfahren des einzelnen Betriebes abhängen. Ihre Vorhersage ist daher noch unsicherer als die der Prämien.

Die für die Förderperiode 2015 bis 2020 geplanten Agrarumweltmaßnahmen (AUM) liegen bisher nur im Entwurf vor. Neben den ökologischen Anbauverfahren und der naturschutzgerechten bzw. extensiven Grünlandbewirtschaftung wird mit dem Programm „Vielfältige Kulturen im Ackerbau“ in der anstehenden Förderperiode ein weiterer Schwerpunkt gesetzt. Der Entwurf ist auf der Internetseite der LFA MV einsehbar („EPLR- und Agrarumweltmaßnahmen – Entwürfe für 2014 bis 2020“).

Der hier vorgestellte Rechner kalkuliert aus diesen drei Einflussgrößen die wirtschaftlichen Folgen der Gemeinsamen Agrarpolitik in der EU (GAP) für landwirtschaftliche Betriebe. Die vorgegebenen Durchschnittswerte für Deckungsbeiträge und Werte von Zahlungsansprüchen können individuell angepasst werden.

Der „GAP-Greening-AUM-Rechner“ ist eine Arbeitsmappe für Microsoft Excel, die ab der Version „Office XP“ genutzt werden kann. Für den vollen Funktionsumfang sorgen Makros (wenn keine Abfrage beim Öffnen kommt und die Schalter nicht funktionieren, dann im Excelmenü unter „Datei – Optionen – Sicherheitscenter – Einstellungen für das Sicherheitscenter – Einstellungen für Makros – Alle Makros mit Benachrichtigung deaktivieren, dann die Datei erneut öffnen und dabei die Makros aktivieren). Folgende notwendige Eingaben sind in der Tabelle weiß hinterlegt: je Kultur die Bezeichnung und der Flächenumfang, ggf. Zwischenfruchtanbau, ggf. als ökologische Vorrangfläche anerkannte Landschaftselemente sowie der Umfang der Zahlungsansprüche, falls weniger als die beihilfefähige Fläche.

Dann werden noch einige Kriterien abgefragt, die von den Greening-Auflagen befreien, wie „ökologische Bewirtschaftung“. Aus diesen Daten prüft das Programm, ob die Kriterien eingehalten werden. Falls nicht, kann das Anbauprogramm im Zieljahr geändert werden. Aus den entsprechend wegfallenden und hinzukommenden Deckungsbeiträgen sowie den angekündigten Änderungen der Direktzahlungen berechnet das Programm den wirtschaftlichen Effekt.

Matthias Dietze,
LFA Dummerstorf

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