Fugema in Malchin

29.05.2012

© Gerd Rinas

Malchin. Einen besseren Anlass für die frohe Botschaft hätte Marion Rolf nicht wählen können: Auf der Geburtstagsfeier zum 20-jährigen Bestehen gab die Geschäftsführerin kürzlich bekannt, dass Interessenten nun auch Saatgut und Dünge- sowie Pflanzenschutzmittel von der Fugema in Malchin beziehen können. Damit macht das Unternehmen seinen rund 500 Kunden erstmals ein Komplettangebot, das den Bezug von Betriebsmitteln, den Kauf von Futtermitteln und den Getreidehandel einschließt.


Der Weg dahin war lang und in den vergangenen zwanzig Jahren oft schwierig. Geschäftsführerin Marion Rolf ließ auf der Festveranstaltung die Geschichte des Unternehmens  seit dem Bau des Silos 1968 und des Mischfutterwerks 1970 Revue passieren. Hervorgegangen aus einem VEB Getreidewirtschaft, entwickelte sich die Fugema Futtermittel- und Getreidehandels GmbH & Co. KG seit ihrer Gründung 1992 zu einem stabilen und zuverlässigen Partner der Landwirte. „Mit einer Jahresproduktion von über 200 000 Tonnen ist Fugema Malchin das einzige Mischfutterwerk im Land, das heute mehr Futtermittel herstellt als zu DDR-Zeiten“, darauf machte Marion Lorz, Referatsleiterin im Landwirtschaftsministerium, aufmerksam, nicht ohne auf die „sauren Jahre“ hinzuweisen, die das Werk durch den unerwartet hohen Rückgang der Tierproduktion in den 1990er Jahren zu überstehen hatte.


Seit vorigem Jahr ist Fugema Malchin einhundertprozentige Tochter der Agravis Raiffeisen AG, Münster. Für das Mutterunternehmen dankte Vorstandsmitglied Dirk Bensmann den  105 Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit. Fugema habe sich  im Auf und Ab der Märkte als feste Säule erwiesen, betonte der Vorstand. Im Unterschied zu anderen Firmen der Stadt habe es Fugema geschafft, sich zu modernisieren, hob Malchins Bürgermeister Jörg Lange hervor, ließ aber auch den hohen Preis nicht unerwähnt, den das Unternehmen mit dem Verlust mehrerer Hundert Arbeitsplätze zahlen musste.


Wie Geschäftsführerin Marion Rolf mitteilte, erzielte Fugema zuletzt einen Jahresumsatz von 105 Mio. €. In dem Mischfutterwerk werden jährlich 180.000 t konventionelles Futter für Schweine, Rinder und Geflügel produziert. Seit über zehn Jahren wird in Malchin auch Biofutter hergestellt. In der 2008 in Betrieb genommenen Ökomühle können jährlich rund 30.000 t Biofutter für Schweine, Rinder, Schafe und Geflügel  produziert werden. Angeboten werden außerdem individuelle Mischungen, Ergänzer zu hof­eigenem Ökogetreide für Selbstmischer und Pellets in Spezialgrößen. Die Rohstoffe, von Biogetreide bis Biorapskuchen, kommen überwiegend aus der Region. Nach Angaben von Marion Rolf ist

die Nachfrage nach Biofutter mittlerweile so groß, dass ne-ben Kunden in Mecklenburg-Vorpommern auch Kunden in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen beliefert werden.

 

Fugema bewirtschaftet mittlerweile Standorte in Malchin, Gnoien, Stavenhagen, Groß Wüstenfelde, Lalendorf, Rostock, Grimmen, Schönberg, Bergfeld und Teterow. Nach dem Bau zweier Lagerhallen für je 55.000 t Getreide 2005/2006 in Malchin verfügt Fugema über eine Lagerkapazität von 300.000 t. Aktueller Investitionsschwerpunkt ist Teterow. Vorgesehen ist, dort bis zur Ernte 2013 die Getreideerfassung zu modernisieren. Sie soll dann 150 t Getreide pro Stunde aufnehmen können. BZ

 

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