Frauenpower vorn!

22.03.2016

© Gerd Rinas

Franziska Baranowski in Aktion: Unter den Augen der Bewerter Eberhard Tschirner und Erhard Schildt erzielt die stellvertretende Herdenmanagerin aus dem Agrarbetrieb Groß Grenz, Praxispartner der BauernZeitung, mit 97 Punkten das mit Abstand beste Ergebnis.

Freudenschreie oder Jubelsprünge sind nicht das Ding von Franziska Baranowski. Dabei hätte sie dazu im Güstrower LKV-Veranstaltungszentrum allen Grund gehabt: Souverän, mit den höchsten Punktzahlen sowohl im praktischen als auch im theoretischen Test, sicherte sich die stellvertretende Herdenmanagerin aus dem Agrarbetrieb Groß Grenz nach drei ersten Plätzen bei Kreismeisterschaften erstmals den Landesmeistertitel im Melken! Damit hat die 23-Jährige nachgeholt, was sie gern schon vor zwei Jahren geschafft hätte. Damals hatte sie die Qualifikation für das Landesfinale im heimischen Agrarbetrieb verpasst.


„Dieses Mal lief es wirklich gut. Grober Fehler war ich mir nicht bewusst. Etwas verunsichert hat mich nur das Urteil der Bewerter nach dem Melken: „Da gibt‘s nicht viel zu sagen“, gab mir einer mit auf den Weg. „Ich hab dann lange überlegt, wie das wohl gemeint ist, positiv oder negativ“, lacht Franziska, nun doch stolz auf ihre tolle Leistung im Feld der acht besten Melker des Landes zwischen 16 und 25 Jahren.


Hinter Franziska Baranowski kam Sandra Held auf den zweiten Platz. Damit verbesserte sich die Melkerin aus der Aalberts-Karp GmbH im Vergleich zur letzten Landesmeisterschaft vor zwei Jahren um einen Rang.


Frauenpower setzte sich auch im Wettbewerb der über 25-Jährigen durch. Landesmeisterin Stefanie Mantey konnte ihr Glück kaum fassen. „Mit dem Meistertitel hab ich nicht gerechnet. Es gehört immer ein bißchen Glück dazu, und es kommt auch auf die Kühe an. Außerdem war ich gerade vier Wochen aus dem Melkprozess raus. Aber mit dem Melken ist es wie mit dem Fahrradfahren, das verlernt man nicht“, sprudelt es aus der taffen Melkerin hervor.

 

 

 

Siegerehrung: Stefanie Mantey, Heike Perlbach und Swantje Ewert (v. l.) nehmen die Glückwünsche vom LKV-Vorsitzenden Christian Behn und Bauernpräsident Rainer Tietböhl entgegen.

Fotos: Silke Heinz (1), Gerd Rinas

 

 

 

 

Nach ihrem meisterlichen Auftritt im Melkstand und dem Schalmtest hatte Stefanie es noch einmal spannend gemacht. Ihr Achtpunktevorsprung auf Swantje Ewert, Landesmeisterin 2014, schmolz nach dem theoretischen Teil bis auf zwei Punkte. Am Ende reichte es für den Sieg im Feld der elf Starter aus elf Betrieben. Den Titel sieht Stefanie Mantey ohnehin mehr als „Sahnehäubchen“. „Die Meisterschaft macht Spass. Alles ist super organisiert, man lernt neue Leute kennen, knüpft Kontakte, schaut sich an, wie anderswo Milch produziert wird“, so die junge Frau, die demnächst in der Dr. Karl-Heinz Niehoff & Tochter Biomilch GmbH, Bütow, Verantwortung als Herdenmanagerin übernehmen soll.
Mit dem Niveau der Meisterschaft zeigte sich Erhard Schildt, Leiter der Bewertergruppe, insgesamt zufrieden. „Beim Ansetzen des Melkzeugs wird oft noch Zeit verschenkt, Melkergriffe und die Fertigkeiten des Handmelkens verlangen Übung“, so Schildt.


Landesbauernpräsident Rainer Tietböhl, Agrarstaatssekretär Dr. Peter Sanftleben und LKV-Geschäftsführer Dr. Stephan Hartwig dankten allen Teilnehmern für ihren Einsatz. Melker und Ehrengäste sprachen den Gastgebern von der Produktivgenossenschaft „Am Schmooksberg“ eG Diekhof ein dickes Lob für die Organisation der Meisterschaft aus. Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Schlack hatte dafür junge Mitarbeiter um Melkerin Nadine Bartzsch gewinnen können.


Für Franziska Baranowski, Tommy Scheel (3.) und Hauke Timm (4.) hat der Erfolg beim Landesfinale noch ein „Nachspiel“: Die drei werden Ende April die Farben Mecklenburg-Vorpommerns beim 34. DLG-Bundesmelkwettbewerb im bayerischen Achselschwang vertreten.

 

 

 

Die Sieger in der Konkurrenz der 16­–25-Jährigen: Franziska Baranowski, Tommy Scheel und Sandra Held (v. r.). Bauernpräsident Tietböhl, LKV-Vorsitzender Behn und Agrarstaatssekretär
Dr. Sanftleben gratulierten. 

 

 

 

 

Einen Sieger aus dem Nordosten hat es bei diesem Wettbewerb zuletzt 2012 gegeben, als  Maren Krüger, seinerzeit Gut Dummerstorf, „Deutschlands beste Melkerin“ im Fischgrätenmelkstand wurde.

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