Fleischrindbullenauktion in Karow

10.04.2013

 

 

Das Publikum der jüngsten Fleischrindbullenauktion der Rinderzucht Mecklenburg-Vorpommern GmbH in Karow erlebte  eine große Schau der nordostdeutschen Fleischrindzucht: Etwa 1.000 Kaufinteressenten aus dem  Bundesgebiet und europäischen Ländern verfolgten im Vermarktungszentrum das Geschehen. Die Arena, im Westernlook drapiert, von Countryklängen erfüllt, mit Ringhelfern, als Cowboys und Cowwomen verkleidet, war bis auf den letzten Stehplatz besetzt. 64 Tiere aus acht Rassen wurden aufgetrieben – Beschickungsrekord!

 

Zur Auswahl standen die besten leistungsgeprüften und überwiegend hornlosen Bullen der Jahrgänge 2011 und 2012 der Rassen Angus, Aubrac, Blonde d’Aquitaine, Charolais, Fleckvieh, Gelbvieh sowie Limousin und Uckermärker. Die Tiere stammten aus 25 Betrieben sowie von 51 Vätern ab. Die  Qualität der Bullen spiegelte sich im Auktionsergebnis: Alle 64 Vererber wechselten den Besitzer. Mit durchschnittlich 3 417,19 € pro Tier schaffte Auktionator Axel Rüß das beste Ergebnis im Vergleich der ostdeutschen Bullenauktionen in diesem Frühjahr.


Den höchsten Preis erzielte mit 5.800 € der Fleckviehbulle Zerres aus der Marktfrucht GbR Mahlzow. Er war bei der vorangegangenen Körung zum „Mister Karow“, zum Champion über alle Rassen gekürt worden. In der sehr knappen Entscheidung hatte Ringrichter Torsten Ahlers, Masterrind GmbH Verden, Niedersachsen, Zerres den Vorzug vor dem Charolaisbullen Halifax aus dem Saler- und Charolaiszuchtbetrieb Dörte Baldermann, Linstow, gegeben. „Halifax war ein Hingucker, im Typ mit der Höchstnote neun bewertet. Zerres war aber der ausgeglichenere Bulle“, kommentierte Dr. Sabine Schmidt, Abteilungsleiterin Fleischrind beim Rinderzuchtverband MV, das Ergebnis. Die Fleckviehzüchter stellten mit 21 Tieren nicht nur zahlenmäßig, sondern auch von der Qualität her die stärkste Kollektion. Elf der 21 Bullen waren reinerbig hornlos getestet, was den Fortschritt in der Hornloszucht belegt. Den Mister Karow 2013 ersteigerte für  5.800 € die Bayern-Genetik GmbH in München-Grub. Der Bulle steht nun unter dem neuen Namen Zambia für die Zucht zur Verfügung. Der Durchschnittspreis beim Fleckvieh von 3.535 € ist der höchste, der bisher in Karow für diese Rasse erzielt wurde.


Mit 15 Bullen stellten die Uckermärker den zweitstärksten Rasseblock, sie reichten damit von der Homogenität nach Einschätzung der Fachleute am Ring aber nicht an das Fleckvieh heran. Der Durchschnittspreis  betrug 3.427 €. Auch die Anguskollektion mit zehn Bullen präsentierte sich nicht so homogen wie in früheren Jahren. Für die Einzeltiere gab es dennoch zahlreiche Gebote. Sie reichten in der Spitze bis zu 4.400 €, der Durchschnitt lag bei  3.170 €. Mit zehn Bullen war die Charolaiskollektion in diesem Jahr so groß wie nie zuvor. Die Tiere brachten es auf durchschnittlich 1.604 g Lebendtagszunah­­me bis zum 365. Lebenstag. Zur Kollektion gehörten neun hornlose Bullen, Charolais erzielten mit 3.690 € den höchsten Durchschnittspreis aller Rassen. Auf der Auktion wechselten außerdem drei Limousin (Durchschnittspreis:

3.267 €), zwei Aubrac (3.400 €), zwei Gelbvieh (2.700 €) sowie ein Blonde d’Aquitainebulle (2.500 €) den Besitzer. Drei Bullen, zwei Fleckvieh und ein ­Charolais, erzielten Preise über 5.000 €.

BZ

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