Fipronil-Skandal

16.08.2017

© Sabine Rübensaat

Schwerin. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hat Eierproben positiv auf den für lebensmittelliefernde Tiere nicht zugelassenen Stoff Fipronil getestet. Die Eier stammen aus einem Geflügelzuchtbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern, in dem Elterntiere gehalten werden. Neben Eiern wurden auch Fleischproben aus dem Betrieb im LALLF analysiert, teilte das ­Agrarministerium am Freitag voriger Woche mit. Ergebnisse lagen bis Redaktionsschluss dieser Seite nicht vor. Zudem gebe es Hinweise, dass in einem weiteren Geflügelzuchtbetrieb das mit Fipronil versetzte Desinfektions- und Reinigungsmittel Dega-16 angewendet wurde.


Damit zieht der Fipronil-Skandal auch in MV immer weitere Kreise. Bis zum 3. August waren zunächst keine Fipronil-belasteten Eier in MV festgestellt worden. Am späten Abend des 3. August erhielt das Ministerium Kenntnis darüber, dass solche Eier auch in MV in den Handel gelangt sind. Einem aufmerksamen Bürger, der am 31. Juli in einer Rostocker Kauflandfiliale Eier gekauft hatte, war der Kennzeichnungs-Code 1-NL-4331901 aufgefallen. Dieser Code zählt zu jenen in den Medien veröffentlichten Codes, unter denen Fipronil-belastete Eier verkauft wurden. Die Schnellwarnmeldung erhielten die Behörden am 3. August. Kaufland hatte die Eier laut Agrarministerium am 2. August aus den Regalen genommen.


Ende Juli hatten zuerst belgische Behörden in Eiern eine Kontamination mit Fipronil festgestellt. Die Ermittlungen ergaben in Belgien und den Niederlanden, dass Fipronil einem Milbenbekämpfungsmittel auf pflanzlicher Basis beigemischt und in zahlreichen Legehennenställen angewendet wurde.


Das Bundesinstitut für Risiko­bewertung hat eine gesundheitliche Beeinträchtigung unterhalb einer Fipronilkonzentration von 0,72 mg/kg im Ei praktisch ausgeschlossen. Nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelieferte Eier enthielten Fipronil-Gehalte unterhalb dieses Wertes. Bei normalem Verzehr ist nicht von einem gesundheitlichen Risiko auszugehen. Dennoch sollten diese Eier über den Restmüll entsorgt oder zum Handel zurückgebracht werden.


Bei Fipronil handelt es sich um ein Phenylpyrazol, das vielfach als Pflanzenschutzmittel und Biozid genutzt wird. In der Tiermedizin wird es als Mittel gegen Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen eingesetzt. Auf www.lebensmittelwarnung.de sind Warnungen zu Fipronil-belasteten Produkten abrufbar. Weitere Informationen, eine Risikobewertung und eine Fragen-Antworten-Liste zum Thema Fipronil in Eiern und eihaltigen Lebensmitteln sind auch unter www.bfr.bund.de erhältlich.

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