Erntepressekonferenz – Druschwetter wie lange nicht

01.08.2013

Pressekonferenz am Feldrand: Präsident Rainer Tietböhl (3.v.l.), Vorsitzender Jörg Haase (2.v.l.) und Gerd Winkler, Vorstandsvorsitzender der Marktfrucht e.G. Lützow, (l.) sowie BV-Pressesprecher Harald Kienscherf informieren über die Ernte. © Gerd

 

Wir haben ein Druschwetter wie lange nicht. Die Erträge können sich sehen lassen, und die Qualitäten sind wirklich sehr gut.“ In aufgeräumter Stimmung präsentierte Landesbauernpräsident Rainer Tietböhl am Rande eines Gerstenschlags der Marktfrucht e.G Lützow bei Schwerin am Mittwoch voriger Woche die ersten landesweiten Ernteergebnisse.


Wie Tietböhl bekanntgab, brachte die Wintergerste auf leichten Standorten durchschnittlich 55  dt/ha, auf schweren Böden zwischen 80 und 90 dt/ha. „Wir freuen uns über die guten Ergebnisse. Sie helfen uns, geringere Einnahmen aus früheren Jahren, vor allem im Regenjahr 2011, auszugleichen“, so der Präsident. Er warnte zugleich vor allzu hohen Erwartungen. „Die Erträge sagen noch nichts über die Höhe der Einnahmen aus“, so Tietböhl mit Blick auf die gefallenen Preise am Getreide- und Rapsmarkt.

Dennoch sei es ein Vorteil, dass bei der sommerlichen Witterung bisher keine Trocknungskosten anfielen und die Gerste mit sehr hohen Hektolitergewichten geborgen werden konnte. Nach Tietböhls Einschätzung waren bis Mittwoch voriger Woche etwa 80 % der Gerste landesweit vom Halm. Bei anhaltend hohen Temperaturen dürfte die Mahd der anderen Mähdruschfrüchte ebenfalls rasch Fortschritte machen. „Wir kriegen eine gute Getreide- und Rapsernte, wenn wir trocken ernten können“, legte Tietböhl sich fest. Die Kehrseite der Medaille: Die Trockenheit setzt Zuckerrüben und Mais sowie Kartoffeln ohne Beregnung zu. „Die Pflanzen sind im Stress“, so der Präsident. Auch für die Rapsaussaat wäre Niederschlag wünschenswert.


„Wir brauchen Regen“, unterstrichen Jörg Haase, Vorsitzender das Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg, und Gerd Winkler, Vorstandsvorsitzender der Marktfrucht e.G. Lützow (siehe auch S. 10, die Red.). In der Region wären die Gerstenerträge wegen der sehr unterschiedlichen Standortqualität differenziert ausgefallen. Auf einzelnen Schlägen hätte Schimmelbefall im Frühjahr den Ertrag beeinträchtigt. Bei Winterweizen könnte sich der fehlende Niederschlag noch negativ auswirken.


Tietböhl und Haase kritisierten jüngste Beschlüsse aus Brüssel zur Agrar- und Bioenergiepolitik. „83 Mio. € weniger Zahlungen von der EU für die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern bedeuten 4.000 € weniger pro Beschäftigten“, machte Tietböhl aufmerksam. Auch Haase bezeichnete die Kürzungen als „ungerecht“. „Selbst Landwirte in Bayern schauen mittlerweile nach Mecklenburg-Vorpommern, um zu lernen, wie man Kooperationen bilden kann. Bei uns gab es schon immer große Betriebe. Wir wollen sie behalten“, so Haase. 

 

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