Erntejahr 2017

29.11.2017

© Sabine Rübensaat

Auf dem Ackerland in Mecklenburg-Vorpommern bestimmen die Mähdruschfrüchte mit 75 % das Landschaftsbild. Mit einem Drittel hat Winterweizen den größten Anbauumfang, gefolgt vom Winterraps mit einem Fünftel. Wintergerste lag in den letzten Jahren bei elf, Roggen und Triticale kamen gemeinsam auf sechs Prozent. Sommergetreide und Körnerleguminosen wurden jeweils auf zwei Prozent angebaut. Diese Anbauumfänge rechtfertigen eine gesonderte Betrachtung der ökonomischen Ergebnisse der Mähdruschfrüchte.


Vor der Ernte 2017 waren die Ertragserwartungen für Getreide und Raps recht optimistisch. Die Wintergerste konnte zum größten Teil noch vor dem Dauerregen geerntet werden. Mit 82 dt/ha lagen die Erträge in den Referenzbetrieben der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA)  ein Drittel über dem langjährigen Mittel und auch die Qualitäten waren zufriedenstellend. Anhaltender Regen und ständig hohe Luftfeuchtigkeit beeinträchtigten jedoch die Erträge und Qualitäten von Weizen und Raps. Ein erhöhter Krankheitsdruck wirkte ebenfalls ertragsmindernd.


Zwar konnten die Referenzbetriebe mit 77,6 dt/ha neun Prozent mehr Weizen ernten als 2016, jedoch lag das Ergebnis um fünf Prozent unter dem langjährigen Mittel. Auch die Qualitätsanforderungen der aufnehmenden Hand für Rohprotein sowie das Hektolitergewicht konnten oftmals nicht eingehalten werden. Der Rapsertrag von 31,5 dt/ha übertraf das Vorjahr, lag aber mit 16 % deutlich unter dem langjährigen Mittel. Auch beim Raps waren die Ölgehalte mit 42 % deutlich niedriger als in den Vorjahren.


Winterroggen verfehlte mit 55,4 dt/ha das Vorjahresergebnis, Triticale lag mit 63,9 dt/ha darüber. Als positiv ist die Ertragsentwicklung der Sommergerste zu werten. Zwar hat sich die Anbaufläche mehr als halbiert, doch mit 72,1 dt/ha konnte der höchste Ertrag der letzten Jahre geerntet werden. Auch Hafer übertraf das Vorjahresergebnis um 8 % und kam auf 66,7 dt/ha. Futtererbsen profitierten von der Witterung des Jahres und erzielten Erträge von 38 dt/ha. Für die Lupinen waren die feuchten Bedingungen ungünstig, der Unkrautdruck war zu hoch. Es wurden nur 17,5 dt/ha gedroschen.


Die Direktkosten der Mähdruschfrüchte sind das vierte Jahr in Folge gesunken und lagen mit 417 €/ha auf dem Niveau des Jahres 2008. Düngungs- und Pflanzenschutzkosten hatten einen Anteil von 39, die Saatgutkosten von 16 %. Die Aufwendungen für Pflanzenschutz und Saatgut lagen in den vergangenen Jahren auf vergleichbarem Niveau. Der Rückgang der Direktkosten ist auf gesunkene Düngungskosten zurückzuführen. Seit dem Erntejahr 2013 haben sie sich um mehr als ein Drittel reduziert. Dazu trugen maßgeblich deutlich niedrigere Nährstoffkosten bei. Aufwendungen zur Grunddüngung zeigten keine Veränderungen. Reduziert wurde die Stickstoffdüngung, insbesondere zu Raps und Weizen, um 7 bzw. 5 kg N/ha, was aber den geringsten Teil der Kostenreduzierung ausmacht.


Neben den Erträgen und den Direktkosten beeinflussen die Erzeugerpreise das wirtschaftliche Ergebnis der Mähdruschfrüchte maßgeblich. Die von den Betrieben realisierten Preise für Weizen und Raps lagen auf dem Niveau des Vorjahres, Gerste und Roggen konnten leicht zulegen (+7 bzw. +12 %). Bis Ende Oktober war die Vermarktung weiter vorangeschritten als im Vorjahr und lag zwischen 60 und 80 % (aufsteigende Reihenfolge: Weizen, Roggen, Raps, Gerste).


Das ökonomische Ergebnis der Mähdruschfrüchte war trotz aller Probleme besser als im Jahr 2016. Wintergetreide und Raps konnten nicht an das Mittel der Vorjahre anschließen, Sommergerste lag knapp darunter, Hafer deutlich ­darüber (Abb.). Nicht abgebildet sind die Körnerleguminosen. Erbsen erreichten mit 587 €/ha eine Direktkostenfreie Leistung, die Roggen und Triticale übertraf. Aufgrund der geringen Erträge kam die Lupine nur auf 119 €/ha.


Bedingt durch den großen ­Anbauumfang beeinflussen die ­Mähdruschfrüchte das wirtschaftliche Ergebnis der Gesamt­betriebe nachhaltig. Der weitaus größte Anteil der betrieblichen Kosten ist von der Direktkostenfreien Leistung zu decken. In Ackerbau­betrieben (91 % Ackerland) des Testbetriebsnetzes Mecklenburg-Vorpommern des Jahres 2015/2016 betrugen die festen Kosten 1 069 €/ha (Arbeits­erledigung, Gebäude, Fläche, Zinsen). Die Mähdruschfrüchte der Referenzbetriebe kamen auf eine Direktkostenfreie Leistung von 693 €/ha. Hieraus kann abgeleitet werden, dass es auch in diesem Jahr bei so manchem Unternehmen mit der Deckung der gesamten Kosten knapp wird.

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