Einbruchserie

10.11.2016

© C. Kerber

Gemeinsame Veranstaltung: Bauernverband Mecklenburg-Strelitz und Polizei informierten Landwirte über Prävention bei Diebstählen.

Obwohl die Arbeit auf den Feldern langsam weniger wird, haben viele Landwirte im Land noch immer schlaflose Nächte. Einbruchdiebstähle auf landwirtschaftlichen Betrieben sind die Ursache. Vorfälle, die sich häufen und die teilweise existenzgefährdende Schäden verursachen (siehe auch BauernZeitung Nordausgabe Heft 41, Seite 10, und Heft 44, Seite11).

 

Aus diesem Grund lud der Bauernverband Mecklenburg-Strelitz gemeinsam mit der Polizei am vergangenen Donnerstag seine Mitglieder zu einer Präventionsveranstaltung in Neubrandenburg ein. Auf der Veranstaltung „Einbruchschutz für landwirtschaftliche Betriebe“ wurde über die Kriminalitätslage berichtet, auch wurden zahlreiche Tipps zur Prävention von Einbruchdiebstählen erläutert.

 

36 Straftaten


Zu den aktuellen Einbrüchen berichtete der Kriminaloberrat Hanno Lüders vom Neubrandenburger Polizeipräsidium, dass es seit April entlang der Autobahn 20 eine Einbruchserie auf landwirtschaftlichen Betrieben gibt, der bisher 36 Straftaten zugeordnet werden konnten. In der letzten Woche gelang es der Polizei vier Täter festzunehmen, zwei wurden in Untersuchungshaft genommen. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass die Tätergruppe deutlich größer ist, und daher wird nun mit internationaler Rechtshilfe nach ihr gefahndet. Weiterhin stellte Lüders fest, dass die Diebe mit konkreten Aufträgen ausgewählte, bereits ausgekundschaftete Betriebe bestehlen. Dabei geht es den Einbrechern vor allem um Pflanzenschutzmittel, deren Käufer in der Regel im Ausland sind. Laut der Polizei liegt die aktuelle Schadenssumme der A20-Einbruchserie bei 500 000 €.


Die anwesenden Landwirte kritisierten vor allem die fehlende Polizeipräsenz vor Ort, nahe ihrer Betriebe. Lüders erklärte dazu, dass die eingesetzte Polizeistärke auf einer Entscheidung der Politik beruht. Außerdem ist der Schutz der Höfe durch die Polizei aufgrund der weitläufigen Gebiete und Gebäude sehr schwierig. Er appellierte an die Landwirte, wichtige Hinweise wie aufgeschnittene Zäune, beschädigte Schlösser, Spuren an Fenstern und Türen, ungewöhnliche Besucher oder Beobachter sowie unbekannte Fahrzeuge mit unbekanntem Kennzeichen unverzüglich der Polizei zu melden. Darüber hinaus bietet die Polizei eine kostenlose Beratung für interessierte und betroffene Landwirte an, um insbesondere Schutz- und sichtbare mechanische Sicherungsmaßnahmen zu besprechen und umzusetzen. Eine weitere Möglichkeit, sich gegen Einbrüche und Diebstähle zu schützen, sind elektronische Maßnahmen wie die Videoüberwachung wichtiger Gebäude. Außerdem sollen Landwirte vorhandene Verriegelungssysteme unbedingt nutzen und diese gegebenenfalls ausbessern.

 

Abschreckende Wirkung


Kriminalhauptkommissar Detlef Bönisch rät den Landwirten, die Gebäude mit dem höchsten materiellen Wert auch mit der höchsten Sicherheitsstufe zu schützen. Höchste Priorität haben vor allem Pflanzenschutzräume, Büroräume mit Tresor, Werkstätten und Tankstellen. „Verankerungen und Verriegelungen der Türen und Tore sind dabei sehr wichtig, denn sie kosten den Einbrechern Zeit, und das Aufschieben der Tore hat meist eine abschreckende Wirkung auf die Täter“, so Bönisch. Er verwies auf die Internetseite www.polizei-beratung.de  sowie auf die Liste mit „Errichtungsunternehmen“ des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern. Diese Liste führt zertifizierte Betriebe auf, die eine fachgerechte Beratung und den Einbau von zahlreichen Schutzvorrichtungen anbieten.

 

 

 

 

Ein Polizeibeamter zeigt Landwirt Hans Albrecht Witte, wie einfach es sein kann, ungesicherte Fenster zu öffnen.

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