Ein Netz für die Lupine

26.11.2014

© BLE

Den Zuwendungsbescheid konnte Annett Gefrom (2. v. l.) auf der Fachtagung entgegennehmen. Links Agrarminister Till Backhaus, rechts Staats­sekretär Robert Kloos.

Der Wert der Körnerleguminosen für Bodenfruchtbarkeit und als Eiweißträger ist unumstritten. Dennoch sank der Anbau in Deutschland inzwischen auf unter 1 % der Ackerfläche. Mit der „Eiweißpflanzenstrategie“ verfolgt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft das Ziel, Wettbewerbsnachteile von heimischen Leguminosen auszugleichen, Forschungslücken zu schließen und erforderliche Maßnahmen zur Umsetzung vorhandenen Wissens in der Praxis darzustellen. Dieses Ziel soll durch agrarpolitische Maßnahmen, die Förderung von Forschung und Entwicklung und den Aufbau von modellhaften Demonstrationsnetzwerken zur Förderung des Technologie- und Wissenstransfers von Forschungsergebnissen in Beratung und Praxis erreicht werden. Dabei steht in verschiedenen modellhaften Demonstrationsvorhaben der Wissenstransfer zum Anbau und zur Verwertung von Körnerleguminosen von der Forschung in die Praxis entlang relevanter Wertschöpfungsketten im Mittelpunkt.

Forum online

Im Rahmen der Fachtagung „Leguminosen: Bausteine einer nachhaltigeren Landwirtschaft“ Ende Oktober erhielt die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV den Zuwendungsbescheid für das Projekt „Modellhaftes Demonstrationsnetzwerk zu Anbau und Verwertung von Lupinen“ durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Damit startet der Aufbau eines Lupinennetzwerkes zwischen verschiedensten Verbundpartnern wie den landwirtschaftlichen Landeseinrichtungen der fünf norddeutschen Bundesländer und der LMS Agrarberatung GmbH sowie weiteren Kompetenzstandorten und Praxisbetrieben.

Ausgehend von der Saatgutbereitstellung über den Anbau bis zur Verwertung in der konventionellen und ökologischen Tierhaltung sowie innerhalb der Produktveredelung für die Humanernährung werden modellhaft ausgewählte Wertschöpfungsketten für Lupinen in Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben, interessierten Landwirten und Verarbeitern demonstriert. Es geht darum, den regionalen Lupinenanbau weiter auszubauen und eine verbesserte Verwertung der Lupine zu forcieren sowie regionale Wertschöpfungsketten weiterzuentwickeln. Dabei werden wissenschaftliche Erkenntnisse, fundierte praktische Erfahrungen und agrarpolitische Vorgaben berücksichtigt.

Innerhalb des Netzwerkes soll der Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis  beispielsweise auf Fachveranstaltungen und Hof-/Feldtagen sowie mithilfe eines Online-Lupinenforums ermöglicht werden, um weitere Fachkompetenzen und Innovationen zur Lupine zu entwickeln. Dabei soll die Netzwerkstruktur über die Projektlaufzeit von drei Jahren hinaus gepflegt und verstetigt werden, um den Anbau und die Verwertung von Lupinen ökonomisch tragfähig, entwicklungsfähig und somit nachhaltig zu etablieren.

Form der Weiterbildung

Nach Einschätzung von Landwirtschaftsminister Till Backhaus kann mithilfe dieses Netzwerkes eine effiziente Form der Weiterbildung und des Erfahrungsaustausches zwischen Berufskollegen in der Landwirtschaft erfolgen.

Die Landesforschungsanstalt ist bestrebt, neben sogenannten Leuchtturmbetrieben weitere landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitungsbetriebe und Handelsunternehmen in das Lupinennetzwerk zu integrieren und ruft interessierte Landwirte mit Erfahrungen im Lupinenanbau sowie Vertreter der Verarbeitungsindustrie und des Handels zur aktiven Teilnahme im Netzwerk auf.  Es sollen neben Leuchtturmbetrieben weitere landwirtschaftliche Unternehmen als Datenerfassungsbetriebe in das Netzwerk aufgenommen werden, die die Grundlage für ökonomische und ökologische Auswertungen im Lupinenanbau und der
Verwertung liefern.

Enges Miteinander

Geplant ist dabei eine enge Zusammenarbeit der einzelnen Teilnehmer innerhalb des Netzwerkes. Dem Landwirt wird eine umfangreiche Beratung seitens der Züchtungs-, Forschungs- und Beratungseinrichtungen angeboten, gleichzeitig werden Kontakte zu gewünschten Kooperationspartnern hergestellt.

Interessenten melden sich bei Dr. agr. Annett Gefrom (Pro­jektkoordination Lupinennetzwerk), Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Dorfplatz 1, 18276 Gülzow.  Tel. (0 38 43) 78 92 03, E-Mail: ­a.gefrom@remove-this.lfa.mvnet.de

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr