Dürrehilfe: Wassermangel kostet Ertrag

12.07.2018

© J. K. Klänhammer

Die Trockenheit hat wie hier bei Penkun zu zahlreichen Erntebränden geführt. Vorbeugender Brandschutz ist oberstes Gebot!

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat aufgrund der Trockenheit eine Arbeitsgruppe Dürre einberufen, um die aktuelle Lage zu analy­sieren und Vorschläge zur Vermeidung existenzieller Probleme in den Agrarbetrieben aufzunehmen und zu diskutieren. Zur ersten Beratung  trafen sich Vertreter des Ministeriums, der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei, der LMS Agrarberatung und des Bauernverbandes. Sie wiesen eindringlich auf schnelle Hilfen ­hinsichtlich Liquiditätssicherung in den Landwirtschaftsbetrieben hin.


Der verspätete Start ins Frühjahr und die schnelle Abreife der Wintergerste haben zu einem außergewöhnlich frühen Erntebeginn geführt. Die sehr kurze Vegetationsperiode kostet die Landwirte Ertrag. Bei Getreide und Raps werden im Land Ertragsausfälle zwischen 25 und 50 % erwartet. Die Schäden durch Nässe im Herbst und Trockenheit im Frühjahr belaufen sich auf etwa 350 €/ha bei den Mähdruschfrüchten. Der Deutsche Bauernverband prognostiziert, dass in Deutschland dieses Jahr 4,5 Mio. t weniger Getreide geerntet werden als im ebenfalls schon unterdurchschnittlichen Vorjahr mit 45,5 Mio. t. Die Durchschnittsmenge der vergangenen fünf Jahre betrug 47,9 Mio. t.


Das Ministerium hat folgende Unterstützungsmaßnahmen aufgezählt: das Bürgschaftsprogramm des Landes, das Liquiditätsprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank, das Bodenaufkaufprogramm des Landes, Stundung von Pacht- und Leistungsraten für öffentliche Darlehen und Stundung von Steuerzahlungen. Bei „umfänglich auftretenden Schäden“ könne die Nationale Rahmenrichtlinie  greifen, wenn Ertragsschäden durch Naturkatas­trophen oder widrige Witterungsverhältnisse verursacht wurden und mehr als 30 % der durchschnittlichen Jahreserzeugung des betreffenden landwirtschaftlichen Unternehmens „zerstört wurden“. Brachflächen können in MV seit dem 1. Juli für Mahd und Beweidung genutzt werden. Damit soll tierhaltenden Unternehmen geholfen werden.


Die Bauernverbände fordern außerdem die Unterstützung des Bundes und der Europäischen Union. Die Amtschefkonferenz der Länder hat dafür am Dienstag voriger Woche einem gemeinsamen Änderungsantrag der Länder Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zugestimmt. Dieser sieht vor, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufzufordern, Hilfen für durch Trockenheit geschädigte Landwirtinnen und Landwirte auf Bundes- und EU-Ebene zu prüfen.


Darüber hinaus kämpft der Bauernverband seit Jahren für eine Möglichkeit, steuerfreie Rücklagen zum Risikoausgleich zu bilden.

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