Dürre, Mindererträge, Nothilfen

09.08.2018

© BV MV

Vertrocknetes Sommergetreide Ende Juli in Vorpommern.

Diese Schlagworte bestimmen in den letzten Wochen zahlreiche Beiträge in den regionalen Tageszeitungen, im NDR wie auch überregional in den Nachrichtensendungen von ARD und ZDF. Doch die Berichterstattungen zeigen nicht allein die landwirtschaftlichen Auswirkungen dieser extremen Witterungsbedingungen. So wurde mehrfach der Vorwurf von sogenannten Agrarexperten oder Politikern, wie der Landwirtschafts- und Umweltministerin Sachsen-Anhalts Claudia Dalbert oder Florian Pronold vom Bundesumweltministerium, laut, dass das aktuelle Wetterextrem auf den Klimawandel zurückzuführen sei. Somit müsse dringend ein „Umsteuern“ in der Agrarwirtschaft umgesetzt werden, welches weniger Monokulturen, regional angepasste, klimaresistente Pflanzenstrukturen sowie weniger Massentierhaltung beinhaltet.

 

Doch unerwähnt bleiben die Anstrengungen der Agrarbranche für mehr Umwelt- und Artenschutz und eine Reduktion der Treib­hausgase, z. B. durch Agrarumweltmaßnahmen, standortspezifische und bedarfsgerechte Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen, Abluftreinigungsanlagen oder Futterumstellungen in der Tierhaltung.

 

Besonderen Unmut in der Agrarbranche erzeugte eine Meinungsäußerung am 26. Juli in den ARD-Tagesthemen. WDR-Journalist Detlef Flintz kommentierte die Dürresituation in Deutschland. Nach Aussage von Flintz berichten Klimaexperten schon seit Jahren von Dürren und Überschwemmungen als baldige Normalität. Deshalb sei klar, dass „man sich als Landwirt drauf einrichten und dabei auch sein eigenes Handeln hinterfragen [muss]. Denn die Bauern sind am Klimawandel mit schuld. Stichwort Treibhausgase.“ Er kritisierte weiterhin die Funk­tionäre, die die Landwirtschaft von einer Weiterentwicklung abhalten und jetzt um Hilfe „schreien“. Haben diese doch auf Spezialisierung und Massenproduktion zu Niedrigpreisen gesetzt, was jetzt nicht mehr funktioniere. 

 

Die landwirtschaftlichen Zuschauer blieben nach diesen knapp zwei Minuten voller Behauptungen und Vorwürfen oftmals verärgert und deprimiert zurück, was in den sozialen Medien zu heftigen Diskussionen im Kollegenkreis und mit außerlandwirtschaftlichen Kritikern führte. Vizepräsidentin Dr. Heike Müller verfasste daraufhin einen offenen Brief an den Journalisten, der online eine enorme Resonanz fand.

 

In ihrem Brief stellte die Vizepräsidentin unter anderem klar, dass die Landwirtschaft sich schon immer „auf andere Gegebenheiten, andere gesellschaftliche und natürliche Rahmenbedingungen“ eingestellt hat und verweist darauf, dass die Betriebe strategisch und selbstkritisch geführt werden.   

 

Uns zeigt diese Diskussion, dass wir gemeinsam noch intensiver über die Entwicklungen, Fortschritte und neuen Strategien auf den Betrieben sprechen sollten!

 

Den offenen Brief von Dr. Müller sowie das Antwortschreiben von Detlef Flintz finden Sie auf unserer Internetseite (www.bauernverband-mv.de).

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