Denken wir gemeinsam um!

20.01.2015

© Sabine Rübensaat

Ausreichend Pollen und Nektar spendende Pflanzen sind Voraussetzung für gute Bestäubungsleistungen.

Die Mitgliederzahl im Landesverband der Imker Mecklenburg-Vorpommern e. V. (LIMV) hat sich in den letzten Jahren sehr unterschiedlich entwickelt. 2014 waren über 1 500 Imker organisiert. Sie hielten über 16 000 Bienenvölker, jeder einzelne mehr als zehn Bienenvölker (im Bundesdurchschnitt sind es sechs). Dies zeigt, dass die Bienenhaltung wieder beliebter wird. Auch bietet der Verkauf von Honig vielen Imkern ein gutes Nebeneinkommen.

 

Unsere Honigbienen sind neben wild lebenden Insekten wichtig für die Bestäubung. Der wirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung beträgt in Deutschland etwa 2 Mrd. €. Diese Leistung wird kostenlos erbracht. 80 % der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind darauf angewiesen. Die Honigbienen brauchen ein durchgehendes Pollen- und Nektarangebot. Wesentliche Pollenbestandteile sind Eiweiße und Aminosäuren. Jede Biene bringt ca. 10–25 mg Pollen in den Bienenstock. Sie selbst wiegt gerade mal 100 mg. Ein Bienenvolk hat einen Jahrespollenbedarf von etwa 20–25 kg. Bienen, die nicht ausreichend mit Pollen versorgt werden, haben eine auf 25 Tage verkürzte Lebensdauer. Diese Verkürzung hat negative Auswirkungen auf die Bienenvölker. Eine erhöhte Verlustrate kann durch die Bienenvölker nicht ausgeglichen werden und führt zu ihrer massiven Schwächung. Den Höhepunkt der Volksentwicklung haben die Bienen im Juni. Wildbienen (in MV gibt es etwa 337 Arten) haben sich teils sehr auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Verschwindet diese Pflanze, verschwindet auch die Wildbienenart und umgekehrt. Artenvielfalt verlangt gemeinsames Handeln! Wichtig ist, dass nach der einzigen Massentracht, dem Raps, ausreichend Pollen  und Nektar spendende Pflanzen bereitstehen. Hierzu zählen Inkarnatklee, Esparette, Winterwicke, Weißklee, Lupine, Phacelia, Buchweizen, Luzerne, Rotklee, Sonnenblume. Wichtig sind auch Obstgewächse z. B. auf Streuobstwiesen und Hecken.

 

Bei einem Trachtfließband darf man die zahlreichen Ackerkräuter nicht außer Acht lassen. Kornblume, Diestelarten und Kamille kamen früher noch häufiger vor. Bunte Säume um Maisfelder, Jagdschneisen, Blühstreifen lassen sich nutzbringend gestalten. Dies trägt zur Artenvielfalt und einem guten Image bei. Neben Landwirten und Imkern sollten sich Gartenbesitzer, die Kommunen, ja die Gemeinschaft der Versorgung der Insekten annehmen. Bei Ausgleichspflanzungen muss der Bienenweidewert mit oberster Priorität berücksichtigt werden. Wenn die Bestäuber nicht mehr da sind, dann fehlen  etwa 30 % unserer Nahrungsmittel. Denken wir gemeinsam um!

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