Brucellose: Wie krank ist das Schwarzwild?

30.10.2014

© Gerd Rinas

In einer Freilandhaltung wie dieser mussten kürzlich 900 Sauen und Ferkel wegen Brucellose gekeult werden.

Das Veterinäramt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Neubrandenburg will möglichen Ursachen für den Brucellose-Ausbruch in einer Freilandschweinehaltung in Neustrelitz auf den Grund gehen. Dazu werden die Tierbewegungen des betroffenen Betriebes zwölf Monate zurückverfolgt. Außerdem soll im Umkreis von 20 Kilometern um den Ausbruchsort der Seuche verstärkt Schwarzwild untersucht werden. „Erste Absprachen mit den Jagdbehörden sind getroffen. Einbezogen werden ebenfalls das Nationalparkamt und die Forstämter“, sagte die stellvertretende Amtsleiterin Dr. Monika Walter gegenüber der BauernZeitung.

Bei den bevorstehenden Herbstjagden sollen in dem Gebiet Blutproben von erlegten Tieren sowohl auf klassische Schweinepest- als auch auf Brucelloseerreger untersucht werden. Mit den verstärkten Untersuchungen wollen sich die Veterinäre Klarheit über das Risiko weiterer Brucelloseausbrüche in der Region verschaffen. Anzeichen für ein verstärktes Brucellosegeschehen gebe es nicht. „Aber wir müssen damit rechnen, dass Wildschweine infiziert sind, zwei bis drei Prozent mit Sicherheit. Andere Schätzungen reichen bis zu 20 Prozent“, so Dr. Walter, die im Neubrandenburger Veterinäramt für Tierseuchenbekämpfung und Tierschutz zuständig ist. Bis Jahresende sollen genauere Angaben aus der Wildschweinepopulation vorliegen.

In der betroffenen Freilandhaltung mussten rund 900 Sauen und nicht überlebensfähige Ferkel gekeult werden (BauernZeitung 43/2014, S. 13). Die Krankheit wurde bei der Abortuntersuchung eines Tieres festgestellt. Bei weitergehenden Untersuchungen wurden Antikörper bei etwa der Hälfte der Sauen nachgewiesen. Im Betrieb stehen nun Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen an, bei der Erarbeitung eines Hygieneplans wird der Landwirt vom Veterinäramt beraten.

Der Amtstierarzt beziehungsweise ein beauftragter Schätzer müssen innerhalb von 30 Tagen nach der Tötung und Räumung des Schweinebestandes den „gemeinen Wert“ der Tiere ermitteln und dem Veterinäramt mitteilen. „Die Entschädigung an den Tierhalter ist innerhalb von 90 Tagen auszuzahlen, vorausgesetzt, die Meldung über die Tiere im Bestand erfolgte zum Stichtag und der entsprechende Beitrag für die Tierseuchenkasse wurde in der Zahlungsfrist entrichtet“, erläuterte Dr. Burkhard Dittmann, Geschäftsführer der Tierseuchenkasse MV. Der betroffene Landwirt wollte sich trotz mehrfacher Zusagen letztendlich nicht zum Geschehen äußern.

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